16.08.2018 | Märkte

Umsetzung von Faktorstrategien im Credit-Markt

Invesco hat in einer Analyse die Perspektiven von Faktorstrategien im Fixed-Income-Bereich untersucht. Die Outperformance von Faktorstrategien lässt sich ganz grundsätzlich auf drei Erklärungen zurückführen: Risikoprämien, irrationales Verhalten der Marktakteure sowie Ineffizienzen durch die Marktstruktur oder –regularien. Ein Beispiel für Letzteres ist etwa das Überangebot kürzlich durch Ratingagenturen ins High-Yield-Segment abgestufter Unternehmensanleihen, weil Investoren hier nicht engagiert sein dürfen oder wollen.


Quelle: Invesco

Die Faktoren müssen sehr sorgfältig definiert werden, um den in Relation zum Aktiensegment unterschiedlichen Marktgegebenheiten gerecht zu werden. Dies umfasst die deutlich geringere Liquidität von Anleihen, höhere Transaktionskosten und geringe Möglichkeiten zum Aufbau von Short-Positionen. Angesichts des vergleichsweise großen Universums fokussieren sich die Autoren auf Long-Only-Portfolios in Unternehmensanleihen, zumal das Credit-Beta ein deutlicher Ertragstreiber ist. Die vier betrachteten Faktoren sind Liquidity, eine Prämie für das Halten illiquider Anleihen, Quality, das heißt Anleihen mit geringer Volatilität oder Beta, Value, definiert als Anleihen mit Preisabschlag relativ zu ihrem Ausfallrisiko, sowie Momentum. Mit Ausnahme des letzteren Faktors im Investment-Grade-Bereich weisen alle Faktoren sowohl für hochwertige als auch spekulative Anleihen eine risikoadjustierte Outperformance auf. Aus Diversifikationsgründen empfiehlt sich allerdings auch die Einbindung von Momentum in einem Multi-Faktor-Ansatz.


Quelle: Invesco

Zu bedenken geben die Autoren, dass mit der zunehmenden Verbreitung von Faktorstrategien sowohl Faktordefinitionen als auch ihr Rendite/Risiko-Profil dauerhaft überwacht werden müssen, um sicherzustellen, dass sie im Portfoliokontext weiter Nutzen bringen. Dies gilt insbesondere für Faktoren, die nicht auf Risikoprämien basieren.


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