BaFin untersucht Nachhaltigkeit bei Versicherern
Der Frage, wie und in welchem Umfang die deutsche Versicherungswirtschaft Nachhaltigkeitsaspekte in ihrer Kapitalanlage berücksichtigt, ist die BaFin in einer Studie nachgegangen. Hierzu wurde eine Umfrage unter allen Erst- und Rückversicherern sowie Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung, die unter der Aufsicht der BaFin stehen, durchgeführt. Die im BaFin-Journal veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass sich die Versicherer mit dem Thema auseinandersetzen. Die Befragten gaben an, dass bei 73% der Kapitalanlage Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt wurden. In der Umsetzung wird am häufigsten (49 %) auf Negativlisten zurückgegriffen. Eine Positivliste wird von 13 % genutzt.
Hinsichtlich der ESG-Kriterien stehen Umweltaspekte mit 57 % bei den Befragten auf Platz eins, gefolgt von sozialen Kriterien (56 %) und Aspekten der Unternehmensführung (55 %). Die UN-Prinzipien für verantwortungsvolle Investitionen (UN-PRI) wurden hingegen von lediglich 16 % unterzeichnet. Auch wenn es einigen Versicherern noch schwer fällt, die in diesem Zusammenhang bestehenden Risiken zu berechnen, planen 41 % ihre ESG-Investments auszubauen.
Die Dringlichkeit des Themas wird auch durch den EU-Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums verdeutlicht. Dementsprechend wurde 2018 Nachhaltigkeit in der Kapitalanlage von Versicherern und Pensionsfonds zu einem Schwerpunkt der Versicherungsaufsicht erklärt.
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