Umsetzung von ESG-Kriterien oftmals zu oberflächlich
ESG-Kriterien gewinnen weiterhin an Bedeutung, allerdings offenbaren sich dabei zunehmend Hürden in der praktischen Umsetzung, stellt eine aktuelle Umfrage der französischen Nachhaltigkeits-Ratingagentur Novethic fest. Demnach konkretisieren sich einerseits ESG-Kriterien zunehmend im Investmentprozess und werden nicht mehr ausschließlich als reine ethische oder bloße Marketingstrategie wahrgenommen. Während in der Vergangenheit vor allem relativ vage Formulierungen, wie ein Beitrag zum nachhaltigen Wachstum leisten zu wollen, im Vordergrund standen, entdecken immer mehr Investoren den langfristigen Nutzen eines ESG-Overlays für ihr Risikomanagement und lassen Nachhaltigkeitskriterien vor allem in die Bewertung von Vermögensgegenständen einfließen.
Quelle: Novethic
Andererseits bringt die Konkretisierung immer häufiger die Unklarheiten nachhaltigen Investierens zum Vorschein. Die große Mehrheit der Befragten ist unsicher, wie beispielsweise die Themen Agrarrohstoffe oder Steuerparadise in diesem Zusammenhang zu bewerten sind. Einigkeit herrscht dagegen hinsichtlich des Ausschlusses von Waffenproduzenten. Insgesamt geben 65 % der Befragten an, über eine formulierte nachhaltige Investmentpolitik zu verfügen. Vor zwei Jahren hatte der Anteil noch bei 42 % gelegen. Gleichzeitig fertigen allerdings 41 % der Umfrageteilnehmer kein spezielles Nachhaltigkeitsreporting an, vier Prozent mehr als im Vorjahr.
Quelle: Novethic
Für die Studie wurden im Herbst 2013 mehr als 160 europäische Großinvestoren mit einem verwalteten Vermögen von über 5.000 Mrd. Euro befragt.