Interdepenzen bei globalen Risiken nehmen zu
Am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos ist der Jahresbericht Global Risks in neunter Auflage veröffentlicht worden. Die Sorge vor systematischen Krisen ist der Studie zufolge nach wie vor groß. Auf Rang eins liegen die angespannten Haushaltsfinanzen vieler Industrieländer, gefolgt von struktureller Arbeitslosigkeit, Wasserkrisen und steigender Kluft zwischen hohen und niedrigen Einkommen. Die Ergebnisse belegen jedoch insbesondere die zunehmende Verzahnung aller Risiken. Beispielsweise führen makroökonomische Risiken immer häufiger zu sozio-ökonmomischen Ungleichgewichten. Risiken hinsichtlich der Finanzinfrastruktur sind eng verbunden mit Fiskal- und Liquiditätskrisen, wie die Entwicklungen der letzten Jahre belegt haben.
Quelle: World Economic Forum
Daher appelliert der Report an den Informationsaustausch zwischen den großen multilateralen Institutionen, den G20 und der Privatwirtschaft, damit globale Risiken früher sichtbar werden. Auf Unternehmensebene ist das Management globaler Risiken im letzten Jahrzehnt bereits enorm systematisiert worden, stellt dazu der Report fest. Risikoanalyse und -management nehmen mittlerweile eine zentrale Rolle in der strategischen Planung ein. Die nächste Herausforderung sieht die Studie daher darin, eine längerfristig ausgerichtete Denkweise zu etablieren. Hierbei sind nicht nur die Privatwirtschaft, sondern vor allem auch Regulierer und Aufsicht in der Pflicht.
Besonderes Risiko geht dem Report zufolge auch von der ungebremst steigenden Abhängigkeit von digitalen Informationstechnologien aus. Die wachsende Bedeutung für die Realwirtschaft und die zunehmende globale Komplexität digitaler System machen diese für operationelle Risiken, Missbrauch oder Anschläge mit terroristischem Hintergrund besonders anfällig.