13.12.2016 | Research

Umsetzung von Divestment-Strategien

Investoren nehmen zunehmend die Risiken durch Investitionen in den Kohlesektor und Stranded Assets wahr. Vorreiter, wie CalPERS oder der norwegische Pensionsfonds, setzen Divestment-Strategien bereits um und erhöhen damit gleichzeitig den Druck auf andere Investoren, sich anzuschließen. In diesem Kontext stellt MSCI in einem im September 2016 erschienenen Marktbericht einen Strategieansatz für die Umsetzung von Fossil Fuel Divestments vor. Mit Divestments können verschiedene Ziele verfolgt werden, darunter Risikoreduzierung, Senkung des CO2-Fußabdrucks oder Darstellung der eigenen Positionierung, die aufeinander abzustimmen sind. Hierzu muss beschlossen werden, auf welche fossilen Energieträger abgezielt wird, welche Unternehmensaktivitäten ausgeschlossen werden sollen, welche Methoden dazu verwendet werden und welcher Nutzen aus Sicht der Anlagestrategie verfolgt wird.

Bei der Auswahl des Energieträgers setzten einige Investoren aufgrund der hohen CO2-Emission auf den Ausschluss von Braunkohle, zeigen die Autoren. Während andere eine Kombination aus zwei Energieträgern, wie Braunkohle und Ölsand festlegen, wird zum Teil auch eine Strategie verfolgt, die jegliche fossile Energieträger umfasst. Darauf aufbauend können spezielle Richtlinien definiert werden, ab wann ein Unternehmen ausgeschlossen wird. Hierdurch werden Unternehmen danach bewertet, ob sie bspw. ein Kohlekraftwerk betreiben. Nach Angaben der Autoren sind aktive und passive Investmentstrategien für Fossil Fuel Divestments möglich. 


Quelle: MSCI

Die Autoren vergleichen zwei Indizes für Divestments, den MSCI ACWI ex Coal Index und den MSCI ACWI ex Fossil Fuel Index, mit dem MSCI AC World Index. Sie stellen fest, dass beide Divestment-Indizes eine bessere Performance aufweisen. Anzumerken ist, dass der MSCI ACWI ex Fossil Fuel Index einen höheren Tracking Error aufweist.


Quelle: MSCI

Die Autoren gehen davon aus, dass auch der Druck auf politische Entscheidungsträger wachsen wird, wodurch zukünftig mit weiteren Richtlinien und Regularien zu rechnen ist.


In der Ausgabe 1|2016 des Absolut|impact beleuchtet Rolf D. Häßler vom NKI Ausgangspunkt, Stand und Grenzen von Divestment-Strategien. Mit dem Absolut|impact hat Absolut Research im Mai 2016 eine neue Plattform gestartet, die das Spektrum nachhaltiger Investments für institutionelle Investoren abbildet. Investoren wird gezeigt, wie sie eine positive Wirkung auf ihr Portfolio und gleichzeitig auf die Gesellschaft als Ganzes möglich machen können.

Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Fokus auf Nachhaltigkeit jeden Monat in den Publikationen Absolut|ranking Sustainability Equity und Sustainability Balanced & Fixed Income. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 11.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 27 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 110 Universen.

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