Überhitzungstendenz in Deutschlands Core-Immobilienmärkten
Das Transaktionsvolumen am deutschen Immobilienmarkt überstieg im Jahr 2015 erstmals das Niveau der Jahre 2006 und 2007, zeigt das Ende Februar veröffentlichte Trendbarometer von EY. Wohn- und Gewerbeimmobilien im Wert von 79 Mrd. Euro wechselten im vergangenen Jahr den Besitzer, gut 24 Mrd. Euro mehr als im Vorjahr. Im Sektor Gewerbeimmobilien entfielen etwa 40 % auf den Büromarkt und 30 % auf Einzelhandelsobjekte. Die restlichen 30 % verteilen sich auf Logistik, Hotels und Mischnutzungen sowie Spezialimmobilien. Unter den Verkäufern im Gewerbesegment waren 2015 erneut vor allem Fonds und internationale Investoren. Auch die Käuferseite wird von internationalen Akteuren dominiert. Insbesondere im Einzelhandel war eine steigende Anzahl von großvolumigen Transaktionen mit internationaler Beteiligung zu beobachten. Im Marktsegment Wohnimmobilien dominierten Übernahmen und Konsolidierungen der großen Wohnungsgesellschaften die Transaktionen.
Quelle: EY
Trotz steigendem Kapitalumlauf und abnehmenden Anlageopportunitäten bewerten Investoren Deutschland auch künftig als attraktiven Standort für Immobilieninvestments. 95 % halten den deutschen Markt für attraktiv oder sehr attraktiv, zeigt die Umfrage von EY. Im europäischen Vergleich werden Konjunktur und die relative hohe Anzahl von Metropolregionen in Deutschland positiv bewertet. In den Core-Lagen der Top-7-Städte sprechen jedoch 80 % der Umfrageteilnehmer von einer Überhitzung der Transaktionspreise über alle Nutzungsarten hinweg. Ebenfalls rechnen 81 % mit einer Zunahme spekulativer gewerblicher Projektentwicklungen - 19 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.
Quelle: EY
In Folge dessen gehen die Befragten von weiterhin steigenden Preisen für Büro- und Einzelhandelsimmobilien in guten Lagen aus. Nur eine Minderheit erwartet eine stabile Entwicklung. So rechnen über 90 % mit einer deutlich höheren Risikobereitschaft bei Investments in diesem Jahr.
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