26.05.2015 | Studie

Transparenz von Best-In-Class-Nachhaltigkeitsfonds häufig mangelhaft

Henry Schäfer, Fabian Bauer und Felix Bracht von der Universität Stuttgart haben in einem aktuellen Forschungsbericht die Transparenz von Nachhaltigkeitsfonds mit Best-In-Class-Ansatz untersucht und konnten besonders im Bereich externer Nachhaltigkeitsklassifizierungen Verbesserungsbedarf feststellen.
Für Investoren besteht ein Problem darin, dass die Anwendung der Nachhaltigkeitskriterien häufig nur schwer nachvollzogen werden kann. Es gibt keine einheitliche Definition eines Nachhaltigkeitsfonds, sondern diese werden anhand von einer Vielzahl von Einzelkriterien bewertet und zu einer Gesamtbewertung zusammengeführt. Nach dieser Methode ist es beispielsweise möglich, dass ein Unternehmen welches im sozialen Bereich sehr gut aufgestellt ist, eine etwaige starke Umweltbelastung ausgleichen kann und somit als nachhaltig eingeordnet wird. Für Investoren ist es deswegen wichtig sich über die genaue Anwendung der Kriterien informieren zu können.


Quelle: Schäfer, Bauer, Bracht (2015)

Die bereitgestellten Informationen bei Fonds, deren Anlangeuniversum auf Recherchen der Fondsgesellschaft basieren, sind in den meisten Fällen sehr umfangreich und gut nachvollziehbar. Verbesserungsbedarf besteht, den Autoren zufolge bei Fonds, deren Fondsuniversum von einem externen Anbieter, wie einer Rating Agentur, als nachhaltig klassifiziert wurde. In diesen Fällen sind die angewandten Kriterien für einen Investor nur schwer zu überprüfen.
Des Weiteren bemängeln die Autoren eine unzureichende Informationsqualität bezüglich der Ausschlusskriterien, die ein Fonds zusätzlich zu den Nachhaltigkeitskriterien festlegen kann, um das Universum genauer zu charakterisieren. Es ist häufig nicht ersichtlich bis zu welchem Grad die Wertschöpfungskette bei der Prüfung der Ausschlusskriterien einbezogen wird. Manche Anbieter stellen zwar diesbezüglich Informationen auf ihren Webseiten zur Verfügung, die Autoren bemängeln jedoch, dass diese nicht verpflichtend oder standardisiert sind.

Absolut Research analysiert jeden Monat in der Publikation Absolut|ranking in der Kategorie Sustainability die besten Asset Manager mit erklärtem Fokus auf Nachhaltigkeit. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 10.000 institutionelle Publikumsfonds, aufgeteilt in 23 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 80 Vergleichsgruppen.

Mit Performance- und Risikoeigenschaften von nachhaltigen Investmentfonds und den Unterschieden zu traditionellen Anlageprodukten befasst sich auch der Beitrag von Michael Busack, Ellen Hörth und Hendrik Schlimper von Absolut Research in der Ausgabe 4|2014 des Absolut|report. Weitere Informationen zum Artikel können hier abgerufen werden.

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