Traditionen und Verhaltensmuster verhindern Erfolg für Anleger
State Street zeigt in einer aktuellen Studie, dass es neben der Erwirtschaftung von Alpha vor allem notwendig ist, Anleger bei der Erreichung ihrer langfristigen Ziele zu unterstützen. Auf Basis einer Befragung von mehr als 3000 Anlegern sind lediglich 12 % der Investoren überzeugt, dass die Leistungen der Asset Manager hier ausreichend sind. State Street spricht von einem Unvermögen der Finanzindustrie, beide Dimensionen bedienen zu können, weswegen die Investoren Misstrauen aufbauen. Die Konsequenz ist Unzufriedenheit mit der Leistung der Asset Manager und entsprechender Verzicht auf die Inanspruchnahme von Management-Leistungen. 
Quelle: State Street
Als Ursache des Misserfolgs sieht State Street über die Zeit im- und explizit angenommene Traditionen und Verhaltensmuster der Asset-Management-Industrie, die als "Folklore of Finance" bezeichnet werden und drei Kategorien umfassen.
- Folklore of Time bezeichnet Verhaltensweisen, welche sich auf vergangene Ereignisse, etwa Renditen in der Vergangenheit, oder Zukunft (Schätzungen) beziehen sowie eine Fokussierung auf kurzfristige Erfolge.
- Die Verwendung und Stützung auf vermeintlich einfache Modelle, seien es marktkapitalisierungsgewichtete Indizes oder VAR-Modelle, werden Folklore of False Comfort genannt.
- Unbewusste Faktoren, Folklore of Knowledge, sind jedoch noch wesentlich bedeutender. Danach wird ein Erfolg auf eigene Fähigkeiten zurückgeführt, während für schlechte Performance externe Gründe gesucht werden. Übermäßiges Selbstvertrauen zählt ebenfalls in diese Kategorie.
Quelle: State Street
Dass viele Manager in dieser Folklore of Finance verhaftet sind, ist auf die Furcht vor Karriererisiken bei einer Underperformance zurückzuführen. In der Folge werden die meisten Ressourcen zur Alpha-Generierung verwendet, während Aktivitäten, die ein hohes Potential haben, Investoren bei der Erreichung ihrer langfristigen Ziele zu unterstützen, vernachlässigt werden. Die Studie schließt mit der Folgerung, dass die Asset-Management-Industrie sich dieser Problematik bewusst werden und den Fokus auf die richtigen Aktivitäten legen muss, um positive Änderungen in der Branche zu erzielen.