22.05.2018 | Research

Synchronität von nationalen Finanzzyklen in Europa

Drei Autoren der Deutschen Bundesbank und der kroatischen Nationalbank haben in einem Researchpaper untersucht, ob in Europa länderübergreifende Zyklen in Krediten, Immobilienpreisen, Aktienkursen oder Zinsen existieren. Hierzu verwenden die Autoren drei Methoden: Hauptkomponentenanalyse, Maße von Synchronizität und Gemeinsamkeiten sowie Wavelet-Analyse. Alle drei Methoden kommen zu weitgehend konsistenten Ergebnissen. Es zeigt sich, dass Asset-Preise und Renditen, etwa langfristige Zinssätze (LTN), Term Spreads (SPN) und Aktienkurse (EQP), einen hohen Gleichlauf über Ländergrenzen hinweg aufweisen, die mindestens so stark ausfallen wie die Zyklizität des BIP (YER). Bei den Immobilienpreisen (RPP) hingegen lässt sich kein gleichlaufender Zyklus nachweisen. Der hohe Gleichlauf in Aktienkursen und Renditen in Relation zu Immobilienpreisen ist konsistent mit der größeren Integration europäischer Finanzmärkte im Vergleich zu den Entwicklungen im Retail-Banking.


Quelle: Bundebank

Für Kredit-Variablen ist das Ergebnis heterogen: Während das Kreditvolumen von Banken an Unternehmen der Realwirtschaft (LNF) wie bei den Aktienpreisen eine hohe Synchronizität aufweist, besteht kein solcher Gleichlauf bei Krediten an private Haushalte (LHH). Als mögliche Erklärung hierfür geben die Autoren an, dass die Kredite an Unternehmen vermutlich von Faktoren wie BIP oder realen Investitionen beeinflusst werden. Im Zeitverlauf hat sich der Gleichlauf bei den Term Spreads erhöht, was auf die vereinheitlichte Geldpolitik in der Eurozone zurückgeführt werden kann. Im Gegensatz dazu ist die Synchronizität bei den realen Immobilienpreisen im Zeitverlauf gesunken.


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