Super Return - Trends in der Private Equity Industrie
Die diesjährige Super Return Konferenz, die vom 3.-5. Februar in Berlin stattfand, stand unter dem Motto "The Changing World Of Private Equity" und widmete sich ausgiebig den durch die Finanzkrise veränderten Rahmenbedingungen für die Branche, sowie den aktuellen Herausforderungen und Chancen der Assetklasse.
Die Münchner von Braun & Schreiber Private Equity Partners GmbH war mit dem Managing Director Emmeram von Braun auf einem Panel zum Thema "LP Perspectives On The German Market: Examining Concerns Around Liquidity, Returns, Fees & Transparency" vertreten. Gemeinsam mit institutionellen Vertretern der deutschen Versicherungswirtschaft wurde insbesondere der Leveraged-Buyout-Markt beleuchtet.
Von Braun & Schreiber hat gegenüber dem Absolut|report das Bild, das sich auf der Konferenz zur Entwicklung der Branche ergeben hat, folgendermassen zusammengefasst:
- Verschiebung des Kräfteverhältnisses vom General Partner zum Limited Partner: Während in den letzten Jahren allein die Akzeptanz des Beteiligungsangebotes durch die Investoren möglich war, würden nun Fondsgröße, Fondsfokus, Gebührenstruktur etc. wieder Gegenstand der Verhandlung vor den Commitments der großen Investoren.
- Schwaches (erstes Halbjahr) 2009 weltweit: In den ersten beiden Quartalen dieses Jahres werde mit weiterhin ausbleibenden Ausschüttungen gerechnet (-80 % im Vergleich zum Jahr 2007). General Partner würden sich weitestgehend auf das Managen des bestehenden Portfolios beschränken; Akquisitionen mit geringerem Leverage/geringerem Risiko würden erst wieder im zweiten Halbjahr 2009 erwartet. Für Buyout-Transaktionen, die in den Jahren 2006/2007 abgeschlossen wurden, würden durchschnittlich negative Renditen erwartet.
- Kurzfristig agierende Investoren mit Liquiditätsproblemen würden vermehrt ihre Anteile mit extrem hohen Abschlägen verkaufen (müssen).
- Starker mittelfristiger Umbruch in der Private Equity Industrie: Die Konferenzteilnehmer gehen davon aus, dass 40 % der derzeitigen General Partner in sieben Jahren nicht mehr existieren; 50 % der Teilnehmer antizipieren ein Fundsraising-Volumen von unter 200 Mrd. USD im Jahr 2009.
- Minderheitsbeteiligungen werden in Zukunft einen größeren Anteil bei Buyout-Transaktionen haben, der durchschnittliche Eigenkapitaleinsatz wurde mit 45 % geschätzt.
- Niedrige Volatilität von Private Equity: Bedingt durch die nun weitgehend vorgeschriebene Mark-to-market Bewertung werden sich kurzfristig deutliche Abschläge bei Private Equity-Anlagen ergeben, wenn auch in erheblich geringerem Umfang als in den Public Markets. Auf mittelfristige Sicht wird diese Anlageklasse die Stabilität eines Portfolios jedoch erhöhen. Zu dem deutlich steigenden Sekundärmarktvolumen äußerten sich Konferenzteilnehmer eher überrascht, dass aus denjenigen Assetklassen das Geld abgezogen werde, die relativ am Besten performen.
- Große institutionelle Anleger plädierten auf der Konferenz, auch gerade jetzt, die Allokation in Private Equity antizyklisch zu erhöhen.
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