Stiftungen führend bei Impact Investing
Angesichts zunehmender Nachfrage durch institutionelle Anleger ist das Segment des Impact Investing in den vergangenen Jahren stark gewachsen, zeigt eine Forschungsarbeit von Karen Wilson von der OECD. Allein in den Jahren 2007-2012 hat sich die Anzahl der in diesem Bereich aktiven Investmentfonds nahezu verdoppelt, auf 354 Produkte, die rund 40 Mrd. US-Dollar verwalten. Auffällig ist, dass zwar 80 % der Fonds in den Industrieländern angesiedelt sind, jedoch vornehmlich in den Schwellenländern investieren (70 %). Größtes Teilsegment ist der Bereich Mikrofinanz.
Quelle: OECD (2014)
Stiftungen kommt in der Marktentwicklung besondere Bedeutung zu, sowohl bezüglich des Aufbaus der Marktstruktur als auch eigenem Impact Investing. Andere Teilnehmer im Markt, etwa Pensionsfonds oder Versicherer, stellen die Rendite in den Vordergrund und sehen den Impact-Aspekt eher als Beiprodukt. Eine Möglichkeit, weitere Investoren von Impact Investments zu überzeugen, können Social bzw. Development Impact Bonds sein, bei denen die Rückzahlung von der Erzielung eines bestimmten sozialen bzw. entwicklungspolitischen Ziels abhängt. In den vergangenen Jahren haben sich zusätzlich in vielen Regionen, darunter London, Nexii (Südafrika) und Singapur, Social Stock Exchanges entwickelt, an denen kleine Unternehmen aus den Bereichen Health, Bildung, Umwelt u.a. gehandelt werden. Dadurch sollen Anleger angelockt werden, die sowohl soziale als auch finanzielle Erträge anstreben.
Quelle: OECD (2014)
Großbritannien ist der führende Markt für Impact Investing, während in Deutschland das Segment noch in den Anfängen steckt, wobei allerdings mit einem moderaten Wachstum in der Zukunft gerechnet wird. Hierzu ist es jedoch erforderlich, dass die Branche sich auf höhere Transparenzstandards einstellt, für die Messung der Impacts standardisierte Maße verwendet sowie angemessene Renditeerwartungen weckt. Ebenso sollte das Angebot unterschiedlicher Finanzinstrumente ausgebaut werden, um Impact Investing über das gesamte Risiko-Rendite-Spektrum zu ermöglichen.