09.08.2016 | Studie

Börsenplätze beeinflussen Nachhaltigkeitsreporting

Auf Investorenseite steigt die Nachfrage nach Informationen über die Nachhaltigkeitsperformance von Unternehmen kontinuierlich an. Die World Federation of Exchanges (WFE), die internationale Interessenvertretung der Börsen, hebt in einer Studie, die im Mai 2016 veröffentlicht wurde, die Rolle der Börsen bezüglich der Förderung des Nachhaltigkeitsreportings ihrer gelisteten Unternehmen hervor. Dazu hat die WFE ihre Mitglieder u.a. zum Nachaltigkeitsreporting als Bestandteil der Disclosure Guidance und zu weiteren nachhaltigkeitsorientierten Aktivitäten sowie Angeboten befragt.
Über 90 % der befragten Börsenplätze sind im Bereich Nachhaltigkeit aktiv. Die Mehrheit bietet Investoren hierzu Informationen, Weiterbildungen und spezielle Produkte an.


Quelle: World Federation of Exchanges

Über 85 % der Börsen gaben an, dass sie ein gewisses Nachhaltigkeitsreporting von den gelisteten Unternehmen einfordern. Bei 17 % der Börsen ist die Berichterstattung sogar vorgeschrieben und nicht freiwillig. Die Verpflichtungen reichen hier von Corporate Social Responsibility Initiativen bis hin zu umfassenden Umelt-, Sozial- und Governance-Indikatoren. Lediglich bei 2 Börsen wurden keinerlei Reportings eingefordert.

In diesem Zusammenhang hat die Research-Plattform Corporate Knights im Auftrag von Aviva in einem Forschungspapier die größten gelisteten Unternehmen anhand der veröffentlichten quantitativen Nachhaltigkeitskriterien untersucht, und mittels dieser Auswertung 45 Börsen nach dem Umfang der Unternehmensberichterstattung bewertet. Dazu wurden die folgenden sieben Indikatoren der ESG-Datenbank von Bloomberg verwendet: Energieverbrauch, Kohlenstoffemissionen, Wasserverbrauch, Abfallproduktion, Verletzungsquote der Mitarbeiter, Mitarbeiterfluktuation sowie Personalkosten. Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass lediglich eine Minderheit der Unternehmen die Kennzahlen zu ihren CO2-Emissionen (47 %), dem Energieverbrauch (41 %) sowie der Wassernutzung (28 %) offenlegt.


Quelle: Corporate Knights

Bei Unternehmen aus Schwellenländern fällt der Anteil im Durchschnitt deutlich geringer aus. Von den größten gelisteten Unternehmen der Deutschen Börse veröffentlichten 62 % Informationen über ihre CO2-Emissionen und 60 % über ihren Energieverbrauch. Am häufigsten wurden Informationen über Lohn- und Gehaltslisten offen gelegt (89 %). Der geringste Anteil entfiel auf den Indikator  Verletzungsrate, der in den letzten Jahren innerhalb des Reportings allerdings erkennbar an Bedeutung gewonnen hat.
Ende 2015 hat die WFE eine Guideline für ihre Mitglieder entwickelt, die 34 Kennzahlen für die Nachhaltigkeitsperformance beinhaltet und in die Disclosure Guidance implementiert werden kann. Neben 15 Börsen, die bereits eine eigene Guideline festgesetzt haben, planen 23 Börsen ebenfalls entsprechende Maßnahmen bis Ende 2016 umzusetzen.

Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Fokus auf Nachhaltigkeit jeden Monat in den Publikationen Absolut|ranking Sustainability Equity und Sustainability Balanced & Fixed Income. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 11.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 25 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 100 Universen.

Das komplette Spektrum nachhaltiger Investments deckt die erstmals im Mai 2016 erschienene Fachpublikation Absolut|impact ab. Hierzu zählen Beiträge zu den Themen Benchmarking von Impact Investments, Performance-Auswirkungen von ESG-Faktoren, Strategien für nachhaltige Immobilieninvestments sowie das regulatorische Umfeld für nachhaltige Investitionen von Fondsgesellschaften. Der Absolut|impact als neue Plattform wird von nun an regelmäßig herausarbeiten, wie institutionelle Investoren eine positive Wirkung auf ihr Portfolio und die Gesellschaft als Ganzes kombiniert möglich machen können.

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