14.09.2010 | Research

Staatsverschuldung der G7

Ein Research Report von Baring Asset Management untersucht die Schulden der G7-Staaten sowie aktuelle Entwicklungen von deren Kreditwürdigkeit und Inflation. Die Schulden stiegen demnach in allen G7-Ländern in den letzten Jahrzehnten massiv im Verhältnis zum BIP an und befinden sich gegenwärtig wieder auf dem Nachkriegsniveau. Verschärfend kommen nun allerdings die demografische Entwicklung und das geringe Wachstum hinzu.


Quelle: Baring Asset Management

Die Autoren beschreiben folgende drei Entschuldungsstrategien, die den G7 zur Verfügug stünden: Sparpolitik, Insolvenz und Inflation.
Eine strenge Sparpolitik sei wenig glaubwürdig, da diese hauptsächlich über die Ausgabenseite gestaltet werden müsse. Dies wirke deflationär und würde durch eine entsprechende Geldmarktpolitik gestützt. Die Folge wären geringes reales Wachstum und hohe Risikoprämien für Aktien und Unternehmensanleihen, wodurch der Markt für Staatsanleihen unterstützt würde. Im Zusammenspiel mit steigenden Eigenkapitalanforderungen an Banken sei zudem eine Reduzierung des Kreditangebotes die Folge.
Insolvenz sei einerseits eine reizvolle Option für die G7, werde andererseits aber zu Kapitalflucht und unvorhersehbaren Ketteneffekten führen. Dennoch sei ein Default in einigen Bereichen wie z.B. durch Umstrukturierung der off-balance-sheet occupational pension liabilities in Großbritannien denkbar.


Quelle: Baring Asset Management

Inflation sei für Staaten stets die attraktivste Lösung, so der Report. Zwar werde keine ausufernde Inflation erwartet, das Verfehlen der Geldwertstabilitätsziele in den nächsten Jahren sei jedoch zu erwarten.

Die Autoren gehen davon aus, dass die G7 Staaten je einen individuellen Mix der  beschriebenen Strategien anwenden werden, um die Verschuldung abzubauen.

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