16.07.2019 | Studie

Staatsfonds: Anleihen und China im Fokus

Staatsinvestoren waren im Jahr 2018 aufgrund der schwachen und volatilen Aktienmärkte weltweit mit rückläufigen Renditen konfrontiert, zeigt eine umfangreiche Studie von Invesco. Während im Jahr 2017 noch 9 % erzielt wurden, beliefen sich die Renditen 2018 auf durchschnittlich lediglich 4 %. Mit Blick auf die Performance des MSCI World Index haben die Befragten allerdings relativ gute Ergebnisse erreicht. Da die Mehrheit davon ausgeht, dass der aktuelle Konjunkturzyklus innerhalb der nächsten zwei Jahre zu Ende gehen und die Volatilität bei Aktien ansteigen wird, ist eine höhere Allokation in Anleihen zu beobachten – von 30 % im Jahr 2018 auf 33 % in diesem Jahr.


Quelle: Invesco

Da auch kapitalisierungsgewichtete passive Strategien und Single-Faktor-Strategien aufgrund der Entwicklung des Aktienmarktes Schwierigkeiten hatten, ist ein Trend in Richtung Multi-Faktor-Strategien zu beobachten. Hinzu kommt eine breitere Diversifikation über Alternative Investments, wobei Immobilien und Private Equity deutlich im Fokus stehen.

Während Europa aufgrund des schwächeren Wirtschaftswachstums und des zunehmenden politischen Risikos an Attraktivität verliert, bewerten Staatsinvestoren China trotz der Handelskriegsszenarien als attraktiv. Bisher überwiegen bei den Befragten chinesische Aktien, wobei sich der Anteil an chinesischen Anleihen aufgrund der Öffnung der Zugangswege wahrscheinlich bald erhöhen wird. Hürden stellen aktuell noch die geringe Transparenz, Anlagebeschränkungen und das Währungsrisiko dar.

Auch bei den befragten Zentralbanken rückt China in den Fokus. 43 % halten Renminbi-Reserven, 2018 waren es noch 40 %. Mehr als ein Viertel plant in diesem Jahr einen weiteren Ausbau. Damit ist der Renminbi die gefragteste Währung 2019, die Allokationen vom USD, EUR und GBP abziehen dürfte. Obwohl der US-Dollar weiterhin die wichtigste Reservewährung der Welt ist, sind die Allokationen mit 61,7% der globalen Währungsreserven auf ein Fünf-Jahres-Tief gefallen.

Bei Staatsinvestoren und Zentralbanken etablieren sich zudem Nachhaltigkeitsaspekte. Mittlerweile haben 60 % der Staatsinvestoren und 20 % der Zentralbanken ESG-Richtlinien festgelegt. Insbesondere Governance-Themen werden berücksichtigt, wodurch Umweltfaktoren wie den CO2-Emissionen oder der Berücksichtigung des Klimawandels mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird,


Quelle: Invesco

Befragt wurden weltweit 139 Staatsinvestoren und Reservemanager von Zentralbanken, die ein Anlagevolumen von 20,3 Bill. USD repräsentieren.


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