15.07.2014 | Studie

Social Entrepreneurs als Nachhaltigkeits-Vorreiter

In der jährlich erscheinenden Sustainability-Leaders-Studie untersuchen GlobeScan und SustainAbility, basierend auf einer Umfrage unter knapp 890 Nachhaltigkeitsexperten aus 87 Ländern, welche Institutionen, Unternehmen und Staaten sich als besondere Vorreiter in Hinblick auf Nachhaltigkeit erwiesen haben. Im Ergebnis befinden sich sowohl Regierungen als auch Unternehmen am unteren Ende, während Social Entrepreneurs, Wissenschaft und Nichtregierungsorganisationen ganz oben auf der Skala stehen. Je nach Region unterscheiden sich die Erfolge jedoch teils erheblich. So schneiden Unternehmen etwa in Asien am besten, in Ozeanien dagegen am schlechtesten ab. Interessanterweise bewerten selbst die Nachhaltigkeitsexperten, die zu Regierungsstellen gehören, die Performance nationaler Regierungen am schlechtesten.


Quelle: GlobeScan, SustainAbility

Bei den Unternehmen wird Unilever von einem Drittel der Befragten als die Gesellschaft benannt, die Nachhaltigkeitsaspekte am besten in ihre Geschäftsstrategie integriert hat. Damit kann der Konsumgüterkonzern seine Top-Position das vierte Jahr in Folge verteidigen - wobei sich der Abstand zu den zweit- und drittplazierten Patagonia und Interface sogar noch deutlich ausgeweitet hat. Dies ist umso überraschender, als dass es im Zeitverlauf nicht einfach ist, die Vorreiterrolle bei Nachhaltigkeitsthemen zu bewahren. Selbst gut durchdachte Programme können hinter den Erwartungen zurückbleiben, während gleichzeitig andere Unternehmen die Messlatten nach oben verschieben. Als wichtigste Eigenschaft eines Vorreiters wird wie in den Vorjahren die Verpflichtung zu Nachhaltigkeitswerten angesehen, wozu die Integration dieser Werte in den Geschäftsablauf, ambitionierte Ziele und Richtlinien sowie eine langfristige Verpflichtung gehören. Ebenfalls als wichtig werden nachhaltige Produkte und das klare Bekenntnis der Geschäftsführung zu den Sustainability-Zielen bezeichnet.


Quelle: GlobeScan, SustainAbility

Insgesamt sind die Fortschritte in der nachhaltigen Entwicklung jedoch eher schwach ausgeprägt. Impulse werden vor allem durch technologische Fortschritte und den privaten Sektor erwartet. Letzterer wird insbesondere von Konkurrenzdruck und nachhaltigen Konsumwünschen getrieben. Anders als vor wenigen Jahren, als ökologische Erwägungen bei der Nachhaltigkeitsentwicklung im Vordergrund standen, sind heute ökonomische Aspekte im Fokus.

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