Situation der Schwellenländer nicht vergleichbar mit Zeit der Asienkrise
Allianz Global Investors hat in einem aktuellen Report die Chancen und Risiken von Schwellenländeranleihen untersucht. Im Fokus stehen dabei die Auswirkungen einer sich straffenden US-amerikanischen Geldpolitik. Angesichts des international unverändert niedrigen Zinsniveaus können Anleihen aus Schwellenländern durch ihre attraktiven Coupons als Bestandteil eines diversifizierten Portfolios geeignet sein. Im Zuge des Zurückfahrens der geldpolitischen Maßnahmen in den USA (Tapering) besteht jedoch die Gefahr, dass die lokalen Währungen unter Druck geraten, wie dies auch in der Asienkrise der Fall gewesen ist.
Quelle: Allianz Global Investors
Allerdings sind viele der damals betroffenen Länder durch ihre stark verbesserten Leistungsbilanzen aktuell nicht mehr im gleichen Maße gefährdet. Im Gegensatz dazu, sieht die Lage für Brasilien, Indien, Indonesien, Südafrika und die Türkei weniger erfreulich aus, da sie teils erhebliche Leistungsbilanzdefizite aufweisen, in starkem Ausmaß von Kapitalabflüssen betroffen waren und ihre Währungen in der Folge bereits abwerteten.
Quelle: Allianz Global Investors
Besonders exponiert sind Staaten, die neben einem chronischen Leistungsbilanzdefizit zusätzlich einen negativen Staatshaushalt aufweisen. Insgesamt ist die Auslandsverschuldung vieler asiatischer Emerging Markets heute allerdings geringer als in den 1990er Jahren. So sank die durchschnittliche Auslandsverschuldung von 40 % des BIP auf rund 25 %. Zwar stieg im Gegenzug die Verschuldung des Privatsektors, dennoch ist sie in den meisten Fällen noch unterhalb des Niveaus vieler Industrieländer. Investoren sollte daher klar sein, dass die Situation heute eine andere ist als vor der Asienkrise, aber Investments in entsprechende Anleihen nach wie vor durch politische Risiken und hohe Volatilität gekennzeichnet sind.