Shorting vs. Exclusion als ESG-Strategie
Ein Team um Tomasz Orpiszewski von der ZHAW School of Management and Law untersucht, ob ESG-Kontroversen besser durch Ausschluss oder durch aktives Shorten von Unternehmen in Portfolios berücksichtigt werden sollten. Ziel ist es, zu analysieren, ob Long-Short-Strategien mit ESG-Daten die Risiko-Rendite-Profile und die ESG-Risiken von Aktien- und Anleiheportfolios in den USA und Europa verbessern können. Das Sample umfasst europäische sowie US-Aktien und -Staatsanleihen im Zeitraum 2010 bis 2024.
Die Autoren vergleichen drei Strategien: Eine dynamische Long-/Short-Positionen anhand der ESG-Risikobewertung (RRI), einen Ausschluss von Unternehmen mit schweren ESG-Vorfällen in den letzten 3 Monaten (Exclusions) sowie ein Shorten von Unternehmen unmittelbar nach ESG-Ereignissen (Event-driven). Verglichen werden diese mit gleichgewichteten Indizes.

Quelle: Orpiszewski, Boratynski, Thompson, Iwata, 2025
Es zeigen sich klare Unterschiede zwischen den Märkten: In den USA verbessern RRI-basierte Long-Short-Strategien das Risiko-Rendite-Profil bei Aktien. Moderate Short-Anteile senken Volatilität und Drawdowns bei stabiler Performance, während Exclusion- und Event-Strategien nahe an der Benchmark bleiben.
In Europa liefern RRI-Strategien dagegen schwache Resultate; hier erweisen sich Exclusion und Event-basiertes Shorting als robuster. Bei US-Anleihen senken ESG-Strategien vor allem Verlustrisiken. Für europäische Anleihen bringen sie kaum finanzielle Vorteile, wenngleich Exclusion die Benchmark weitgehend nachbildet. Insgesamt reduziert Shorting von ESG-Sündern das ESG-Risiko stärker als Ausschlüsse, führt aber häufiger zu größeren Sektorabweichungen.

Quelle: Orpiszewski, Boratynski, Thompson, Iwata, 2025
Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit alternativer Strategie jeden Monat in den Publikationen Absolut|ranking Long/Short Equity Strategies, Long/Short Fixed Income & Multi-Asset Strategies sowie Long/Short Volatility – FX – Commodities – Digital Assets – FoFs. Insgesamt analysiert Absolut|ranking mehr als 16.000 aktive und passive Strategien von 2.000 Asset Managern, aufgeteilt auf 36 Assetklassen und Marktsegmente sowie mehr als 200 Universen. Individuelle Mandate und Spezialfonds können ebenfalls untersucht werden.