Seltene Erden: Abhängigkeiten und De-Risiking in Europa
Die Abhängigkeit Deutschlands und der EU von China bei Seltenen Erden ist weiterhin hoch und lässt sich kurzfristig kaum grundlegend reduzieren, zeigt eine Analyse der KfW. China dominiert die gesamte Wertschöpfungskette vom Abbau über die Raffinade bis hin zur Magnetproduktion und verfügt damit über erhebliche geopolitische und preisliche Gestaltungsmacht. Für Deutschland ergibt sich daraus eine besondere Verwundbarkeit, da ein großer Teil der industriellen Wertschöpfung von Seltenen Erden abhängt und der Importanteil aus China, insbesondere bei Permanentmagneten, sehr hoch ist.
Der Handelskonflikt zwischen den USA und China, Exportkontrollen sowie nicht transparente Preisbildungsmechanismen verschärfen diese Abhängigkeit weiter. Gleichzeitig hemmt die hohe Preisvolatilität Investitionen in neue Minen- und Verarbeitungsprojekte außerhalb Chinas. Zwar wächst das globale Angebot an Seltenen Erden, doch entfällt der überwiegende Teil des Kapazitätsausbaus weiterhin auf China. Mittel- bis langfristig ist daher mit einer anhaltenden Anfälligkeit gegenüber Angebotsschocks zu rechnen.

Quelle: KfW
Gleichzeitig identifiziert die Analyse Ansatzpunkte für ein schrittweises De-Risking. Dazu zählen eine geografische Diversifizierung der Minenproduktion, ein gezielter Ausbau von Raffinade- und Magnetkapazitäten in der EU und den USA sowie strategische Rohstoffpartnerschaften, etwa mit Australien oder Kanada. Besonders bei der Weiterverarbeitung von Seltenen Erden zu Magneten sieht die Studie ein realistisches Potenzial für Europa, Wertschöpfung zurückzugewinnen. Ergänzend gewinnen Forschung, Substitution und Recycling an Bedeutung, auch wenn sie die Importabhängigkeit kurzfristig nur begrenzt senken können. Insgesamt kommt die Analyse zu dem Schluss, dass Resilienz nur durch ein Bündel aus Industriepolitik, Kooperationen und technologischer Entwicklung erreicht werden kann, nicht durch schnelle Autarkie.
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