SCM sieht attraktives Umfeld für Private Equity
Die in Zürich ansässige Strategic Capital Management AG (SCM) hat in ihrem Marktbericht zum 4. Quartal 2008 die Entwicklung der Private-Equity-Märkte in der Krise untersucht.
Rapide abnehmende Liquidität war prägend für Limited Partnerships (LPs) im vierten Quartal 2008. Speziell getroffen wurden LPs mit agressiven Overcommittment-Strategien, LPs welche ihre Investitionsgeschwindigkeit im Bullen-Markt überproportional erhöht hatten oder Universitätsstiftungen welche immer eine überproportionale Allokation zu alternativen Anlageklassen hatten. So kommt es bei diesen LPs zu dem sog. Denominator Effekt, den auch Coller Capital in seinem aktuellen Private-Equity-Barometer identifiziert hatte (http://www.absolut-report.de/news/detail/3378/): Der Portfolio-Anteil von Private Equity liegt über der Zielgröße, da der Wert des gesamten verwalteten Vermögens gesunken ist. Aus diesem Grund haben viele LPs ihre Private-Equity-Investitionen gekürzt oder sind auf dem Sekundärmarkt aktiv geworden um ihre offenen Zahlungsverpflichtungen zu reduzieren und ihre Liquidität zu erhöhen. Zudem gab es auch bereits Fälle, dass GPs eine Änderung der Vertragsbedingungen akzeptierten, die eine Reduzierung der Kapitalzusagen der LPs zur Folge hatte.
Das Umfeld für Fundraising war im vierten Quartal weiterhin schwierig und SCM erwartet, dass dies zumindest in der ersten Hälfte des Jahres 2009 weiterhin der Fall sein wird. Aus diesem Grund haben einige General Partners (GPs) die Zielgrößen für ihre neuen Fonds bereits reduziert, die Auflegung neuer Fonds verschoben und es wird erwartet, dass die Intervalle zwischen der Auflegung einzelner Investitionsvehikel zunehmen werden. Den besten Fondsmanagern dürfte es aber nach wie vor gelingen, ausreichend Kapital bei den Investoren einzuwerben.
Wie erwartet bewegten sich auch die Investitionsaktivitäten im vierten Quartal auf einem tiefen Niveau. Dies führte dazu, dass im ganzen Jahr 2008 das Buyout-Volumen stärker geschrumpft ist als das globale M&A-Volumen. Die SCM geht aber davon aus, dass die Knappheit von Eigenmitteln und der restriktive Zugang zu Fremdkapital Private-Equity-Investoren kurz- oder mittelfristig äußerst attraktive Investitionsmöglichkeiten bieten werden. Positiv ist auch anzuführen, dass Private Equity GPs, im Gegensatz zu anderen Kapitalanlagen, einen langen Anlagehorizont haben. Dadurch sind sie nicht mit quartalsweisen Kapitalrückzügen konfrontiert und haben Zeit sich auf die operative Wertschöpfung der Portfolio-Firmen zu konzentrieren.
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