Ruhiges erstes Quartal im Private Equity-Markt
Die Investitionen im deutschen Private Equity-Markt erreichten im
ersten Quartal 2005 ein Volumen von 418,7 Millionen Euro. Dies geht aus
der vom Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften ?
German Private Equity and Venture Capital Association e.V. (BVK)
veröffentlichten Quartalsstatistik hervor. Damit blieben die Private
Equity-Investitionen im abgelaufenen Quartal unter den Vergleichswerten
des Vorjahres.
Im Vorquartal hatten die Private Equity-Investitonen mit rund 1,4
Milliarden Euro ein vorläufiges Rekordhoch erreicht. ?Viele
Gesellschaften, vor allem im Buy-out-Bereich, hatten noch vor dem
Jahreswechsel ihre Transaktionen abgeschlossen, was sich auf die
Aktivitäten am Jahresanfang auswirkte?, ergänzt BVK-Geschäftsführer
Holger Frommann.
Von den Gesamtinvestitionen in Höhe von 418,7 Millionen Euro flossen
407,2 Millionen Eurio direkt in Unternehmen und 11,5 Millionen Euro in
andere Venture Capital-/Private Equity-Fonds. Das investierte
Kapitalvolumen der Beteiligungsgesellschaften zum Ende des ersten
Quartals erreichte 20,1 Milliarden Euro, investiert in 5.549
Unternehmen.
Dem Volumen nach verzeichneten alle Investitionssegmente (Early
stage-/Later stage-Venture Capital, Buy-outs) Rückgänge gegenüber dem
Vorjahresquartal. Dominierendes Marktsegment waren wieder Buy-outs
(52,3 Prozent), die anteilsmäßig jedoch deutlich unter den 77,5 Prozent des Vorquartals blieben.
Venture Capital-Investitionen (Seed, Start up, Expansion, sonstiges Later stage)
konnten zwar ihren Anteil an den Private Equity-Investitionen auf 47,7 Prozent steigern,
das Investitionsvolumen blieb mit 194,4 Millionen Euro aber um rund ein
Viertel unter dem Ergebnis des Vorjahreszeitraums und 40 Prozent unter
dem Vorquartalswert. Sowohl Early stage- als auch Later stage-Venture
Capital mussten Rückgänge hinnehmen.
Klarer Branchenschwerpunkt war der Bereich Konsumgüter mit 37,8 Prozent des Investitionsvolumens. Mit großem Abstand folgten Industrieautomation/-produkte
(9,9 Prozent), Medizin (9,0 Prozent) und Energie (8,6 Prozent). Die
meisten Unternehmen wurden in den Branchen Computer (37 Unternehmen)
und Medizin (24 Unternehmen) finanziert.
344,5 Millionen Euro oder 84,6 Prozent des Investitionsvolumens wurden
im ersten Quartal in Deutschland investiert. Innerhalb Deutschlands
liegt Baden-Württemberg mit 46,7 Prozent deutlich an der Spitze vor
Bayern mit 14,9 Prozent, Rheinland-Pfalz mit 9,0 Prozent und Thüringen mit 8,8 Prozent. Die Mehrzahl der finanzierten
Unternehmen kommt jedoch aus Bayern (38 Unternehmen) und Baden-Württemberg
(29 Unternehmen), den traditionellen Private Equity-Hochburgen in Deutschland.
Das Exitvolumen erreichte dank einiger großer Verkäufe den höchsten Wert seit dem vierten Quartal 2002. Zudem pendelt sich die Struktur der Abgänge weiter auf den
langfristigen Durchschnitt ein und setzt damit die Entwicklung des Jahres 2004 fort.
Ähnlich wie bereits im Jahr 2004 entfiel mit 40,3 Prozent der
Löwenanteil auf Verkäufe an andere Beteiligungsgesellschaften
(Secondary purchases). Ebenfalls zweistellige
Anteile entfielen auf IPOs (17,7 Prozent) und Trade sales (13,7 Prozent). Totalverluste
folgten mit 11,6 Prozent bei einem gegenüber dem dritten und vierten Quartals 2004
deutlich gesunkenen Volumen von 66,0 Millionen Euro.
Das Fundraising erreichte im ersten Quartal 2005 ein Volumen von 234,9
Millionen Euro und liegt damit unter dem des Vorquartals (409,3
Millionen Euro), aber über dem des ersten Quartals 2004 (145,2
Millionen Euro). Für den weiteren Verlauf des Jahres erwartet der BVK,
ausgehend vom erfolgreichen Vorjahr, eine weitere Stabilisierung der
Investitionsaktivitäten. Voraussetzung dafür ist jedoch eine
nachhaltige Verbesserung der gesamtwirtschaftlichen Situation.
zurück