15.06.2005 | 

Ruhiges erstes Quartal im Private Equity-Markt

Die Investitionen im deutschen Private Equity-Markt erreichten im

ersten Quartal 2005 ein Volumen von 418,7 Millionen Euro. Dies geht aus

der vom Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften ?

German Private Equity and Venture Capital Association e.V. (BVK)

veröffentlichten Quartalsstatistik hervor. Damit blieben die Private

Equity-Investitionen im abgelaufenen Quartal unter den Vergleichswerten

des Vorjahres.

Im Vorquartal hatten die Private Equity-Investitonen mit rund 1,4

Milliarden Euro ein vorläufiges Rekordhoch erreicht. ?Viele

Gesellschaften, vor allem im Buy-out-Bereich, hatten noch vor dem

Jahreswechsel ihre Transaktionen abgeschlossen, was sich auf die

Aktivitäten am Jahresanfang auswirkte?, ergänzt BVK-Geschäftsführer

Holger Frommann.

Von den Gesamtinvestitionen in Höhe von 418,7 Millionen Euro flossen

407,2 Millionen Eurio direkt in Unternehmen und 11,5 Millionen Euro in

andere Venture Capital-/Private Equity-Fonds. Das investierte

Kapitalvolumen der Beteiligungsgesellschaften zum Ende des ersten

Quartals erreichte 20,1 Milliarden Euro, investiert in 5.549

Unternehmen.

Dem Volumen nach verzeichneten alle Investitionssegmente (Early

stage-/Later stage-Venture Capital, Buy-outs) Rückgänge gegenüber dem

Vorjahresquartal. Dominierendes Marktsegment waren wieder Buy-outs

(52,3 Prozent), die anteilsmäßig jedoch deutlich unter den 77,5 Prozent des Vorquartals blieben.

Venture Capital-Investitionen (Seed, Start up, Expansion, sonstiges Later stage)

konnten zwar ihren Anteil an den Private Equity-Investitionen auf 47,7 Prozent steigern,

das Investitionsvolumen blieb mit 194,4 Millionen Euro aber um rund ein

Viertel unter dem Ergebnis des Vorjahreszeitraums und 40 Prozent unter

dem Vorquartalswert. Sowohl Early stage- als auch Later stage-Venture

Capital mussten Rückgänge hinnehmen.

Klarer Branchenschwerpunkt war der Bereich Konsumgüter mit 37,8 Prozent des Investitionsvolumens. Mit großem Abstand folgten Industrieautomation/-produkte

(9,9 Prozent), Medizin (9,0 Prozent) und Energie (8,6 Prozent). Die

meisten Unternehmen wurden in den Branchen Computer (37 Unternehmen)

und Medizin (24 Unternehmen) finanziert.

344,5 Millionen Euro oder 84,6 Prozent des Investitionsvolumens wurden

im ersten Quartal in Deutschland investiert. Innerhalb Deutschlands

liegt Baden-Württemberg mit 46,7 Prozent deutlich an der Spitze vor

Bayern mit 14,9 Prozent, Rheinland-Pfalz mit 9,0 Prozent und Thüringen mit 8,8 Prozent. Die Mehrzahl der finanzierten

Unternehmen kommt jedoch aus Bayern (38 Unternehmen) und Baden-Württemberg

(29 Unternehmen), den traditionellen Private Equity-Hochburgen in Deutschland.

Das Exitvolumen erreichte dank einiger großer Verkäufe den höchsten Wert seit dem vierten Quartal 2002. Zudem pendelt sich die Struktur der Abgänge weiter auf den

langfristigen Durchschnitt ein und setzt damit die Entwicklung des Jahres 2004 fort.

Ähnlich wie bereits im Jahr 2004 entfiel mit 40,3 Prozent der

Löwenanteil auf Verkäufe an andere Beteiligungsgesellschaften

(Secondary purchases). Ebenfalls zweistellige

Anteile entfielen auf IPOs (17,7 Prozent) und Trade sales (13,7 Prozent). Totalverluste

folgten mit 11,6 Prozent bei einem gegenüber dem dritten und vierten Quartals 2004

deutlich gesunkenen Volumen von 66,0 Millionen Euro.

Das Fundraising erreichte im ersten Quartal 2005 ein Volumen von 234,9

Millionen Euro und liegt damit unter dem des Vorquartals (409,3

Millionen Euro), aber über dem des ersten Quartals 2004 (145,2

Millionen Euro). Für den weiteren Verlauf des Jahres erwartet der BVK,

ausgehend vom erfolgreichen Vorjahr, eine weitere Stabilisierung der

Investitionsaktivitäten. Voraussetzung dafür ist jedoch eine

nachhaltige Verbesserung der gesamtwirtschaftlichen Situation.

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