Robuste Entwicklung südamerikanischer Staatsfinanzen
Eine aktuelle Forschungsarbeit des Internationalen Währungsfonds untersucht die Anfälligkeit südamerikanischer Staatshaushalte für globale Schocks. Im letzten Jahrzehnt konnte der Großteil Südamerikas seine wirtschaftlichen Fundamentaldaten stark verbessern. Einerseits ist dies auf wirtschaftpolitische Fortschritte zurückzuführen, andererseits hat der Kontinent bis 2008 von der globalen Konjunkturentwicklung profitiert. Die beiden Autoren Gustavo Adler und Sebastian Sosa untersuchen daher, ob in dieser Zeit ausreichend Puffer gebildet wurden, um mögliche adverse Entwicklungen verkraften zu können.
Quelle: Adler, Sosa (2013)
Aufgrund ihrer Analyse lassen sich die Staaten grob in drei Gruppen einteilen. Argentinien und Venezuela hätten bereits im Falle moderater globaler Schocks massive fiskalische Probleme. Brasilien, Ecuador, Mexiko und Uruguay bilden die mittlere Gruppe und sind in der Lage moderate Schocks zu verkraften. Erst bei anhaltender Verschlechterung auf globaler Ebene stehen diese Länder vor großen Problemen. Am stabilsten ist die Fiskalposition in Bolivien, Chile, Paraguay, Peru und Kolumbien, wo sogar Kapazitäten für eine antizyklische Konjunkturpolitik zur Verfügung stehen. Grundsätzlich gilt, dass sich die Auslandsverschuldung sehr robust entwickelt hat. Von ihr gehen insgesamt geringe Probleme aus, schreiben die Autoren.