Risikomodell für Bond-Portfolios
In einem Forschungspapier entwickeln K. Musaelian von HiQu Capital und S. Nagarajan sowie D. Villani von Tudor Investment Corporation ein Modell für das Risikomanagement von Fixed-Income-Portfolios, das auch untypische Bewegungen der Zinskurve absichert. Klassische Risikomanagement-Ansätze im Bond-Bereich basieren auf einer Hauptkomponentenanalyse, nach der ausgewählte Hauptkomponenten abgesichert werden, was ca. 90 % der Risiken eines Portfolios umfasst. Der Rest bleibt aus Praktikabilitätsgründen unberücksichtigt. Problematisch dabei sind die Notwendigkeit der Spezifikation multipler Risikolimits, fehlende Berücksichtigung der Konvexität, die hohe Leverage vieler Portfolios und die mangelnde Absicherung von Extremrisiken.
Das neue Verfahren der Autoren, als Flylet-Ansatz bezeichnet, aggregiert eine bestimmte Anzahl von Hauptkomponenten in eine einzige Risikomaßzahl, die auch die Konvexität umfasst. Die verbleibenden Komponenten werden als Flylets bezeichnet und beschreiben jeweils die Krümmung der Zinskurve in einem bestimmten Punkt. Während die erste Komponente alle Punkte der Zinskurve umfasst (global), werden die einzelnen Flylets nur von ganz bestimmten Punkten auf der Zinskurve beeinflusst (lokal). Damit lassen sich auch Risiken an einzelnen Punkten der Zinskurve zielgenau erkennen und absichern, die über die Griechen nicht abgebildet werden. Vorteil ist zudem, dass sich durch diesen Ansatz lineare und nicht-lineare Zinsprodukte in einem einzigen Portfolio managen lassen
Quelle: Musaelian, Nagarajan, Villani, 2016
Absolut Research unterstützt institutionelle Investoren bei der Selektion von Asset Managern mit der monatlichen Publikation Absolut|ranking. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 11.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 27 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 110 Universen.