Risikobewertung von Kohle-Investments
In einem umfangreichen Forschungspapier analysiert die Smith School of Enterprise and the Environment (SSEE) sowie die Norges Bank die Risiken von Investments in Kohleunternehmen. Der Fokus liegt hierbei auf den Umweltrisiken. Außerdem fand erstmalig eine Verknüpfung verschiedener Datenquellen und Datensätze miteinander statt. In der Studie wurden die Top 100 Unternehmen, die Kohlekraftwerke betreiben, die Top 20 Unternehmen mit Kohlebergbau sowie die Top 30 Kohleverarbeitungsunternehmen identifiziert und nach ihrer Risk Exposure bewertet. Die Risiken, welche u.a. den Asset Value negativ beeinflussen können, werden je nach ihren Auswirkungen auf lokaler (LRH) oder nationaler (NRH) Ebene erhoben und abgebildet. 
Quelle: SSEE & Norges Bank
Die Autoren wenden eine Bottom-Up-Methode für die Berechnung der Risiken an, die sich von einem einfachen Top-Down-Ansatz für das Kriterium Coal unterscheidet. Bei der Bottom-Up-Methode werden je Asset und Sektor umfangreiche und passgenaue Informationen zusammengetragen und Aussagen über das Risiko getroffen. Außerdem werden in der Studie die langfristigen Auswirkungen der Risikogrößen auf die Investments in Kohleunternehmen untersucht. Als Ergebnis halten die Autoren fest, dass die Risikofaktoren, wie bspw. politische Maßnahmen, neue Technologien und neue gesetzliche Verpflichtungen Stranded Assets innerhalb von Portfolios, die Titel aus der Kohlebranche halten, hervorrufen können.
Werden beispielsweise die Top 100 der Unternehmen, die Kohlekraftwerke betreiben, anhand der lokalen Risikofaktoren analysiert, weisen die US amerikanischen Unternehmen das größte Risk Exposure bezüglich des Anlagenalters, der Nachrüstung von CCS (CO2-Speicherung und -Abspaltung) sowie der zukünftigen Hitzebelastung auf.
Quelle: SSEE & Norges Bank
Die Intention der Studie ist Investoren praxisbezogene Informationen für das Risikomanagement, Screening, Voting, Engagement und Divestments bereitzustellen.
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