19.03.2014 | Studie

Risikoanalyse von Impact Investing

Die Popularität von Impact Investing nimmt stetig zu. Auf der Nachfrageseite treten zunehmend gemeinnützige Organisationen und Unternehmen am Finanzmarkt auf, die den sozialen Einfluss in den Mittelpunkt stellen. Investoren beabsichtigen, finanzielle und "soziale" Rendite mit einander zu koppeln. Allerdings fehlt es bislang an verlässlichen Performance-Historien oder langfristigen Erfahrungswerten, was für viele Investoren eine Barriere darstellt.

Auf Basis einer Umfrage unter Marktteilnehmern haben Bridges Ventures und Bank of America Merrill Lynch Anfang Februar die speziellen Risikofaktoren von Impact Investments analysiert und mögliche Ansatzpunkte für die künftige Weiterentwicklung des Sektor vorgestellt. Dazu identifizieren die Autoren fünf wesentliche Risikofaktoren, die für die befragten Marktteilnehmer von Relevanz sind:
Kapitalrisiken stehen für viele Investoren, die den Verlust des Nominals höher bewerten als das Upside-Potenzial der Anlage, an erster Stelle. Darüber hinaus bestehen häufig erhebliche Exit-Risiken und Unsicherheiten bezüglich der Liquidität, die ein Investment von vornherein erschweren. Hinzu kommt die geringe Größe vieler Produkte, die für große Investoren gar nicht erst in Frage kommen. Zentrales Problem ist außerdem die Messung des "Impact". So besteht stets Unsicherheit, dass das gewünschte Ziel auch mit dem investierten Produkt erreicht werden kann, oder ob ein sozialer "Erfolg" überhaupt messbar ist. Weiterhin bestehen eine Reihe nicht-quantifizierbarer Risiken.


Quelle: Bridges Ventures, Bank of America Merrill Lynch

Darauf aufbauend stellen die Autoren eine Reihe von Lösungsansätzen vor, die Anbieter und Nachfrager im Impact-Investing-Markt näher zusammenbringen können. Kernpunkt ist die Bündelung mehrerer Projekte, um Diversifikation und Losgrößen zu erhöhen. Dieses kann einerseits auf Seiten der Produktentwickler geschehen, oder andererseits auf Investorenseite, die so ein diversifiziertes Risikoprofil aufbauen können. Hinsichtlich des Impact-Risiko sind Produktentwickler in der Pflicht verlässliche Standards voranzutreiben und gleichzeitig die Kosteneffizienz des Projekts sicherzustellen. Hier sollten sich auch Investoren darüber im Klaren sein, wie sie das gesetzte soziale Ziel am kosteneffizientesten erreichen können. Als Schnittstelle zwischen Anbietern und Nachfragern könnten außerdem Intemediäre eine Reihe von Monitoring- oder Governance-Aufgaben übernehmen.

Abschließend enthält die Studie eine Reihe von Beispielen erfolgreicher und innovativer Lösungen zur Erreichung sozialer Ziele in der institutionellen Kapitalanlage.

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