Risikoanalyse von CoCo-Bonds
Henning Hesse von der Goethe Universität Frankfurt untersucht in einem Forschungspapier den Einfluss der Gestaltung von Contingent Convertibles (CoCo-Bonds) auf ihren Marktpreis. Das verwendete Datensample umfasst rund 1000 europäische CoCo-Bonds für den Zeitraum 2013 bis 2016. Wesentliche Motivation der Arbeit ist die Überprüfung, ob die Investoren das mit CoCos verbundene Risiko bei ihren Anlageentscheidungen trotz des Niedrigzinsumfeldes und des „Search for Yield“ ausreichend berücksichtigen. Dies umfasst zwei Aspekte. Zum einen besteht für CoCo-Emittenten ein Anreiz, wenn die Conversion Ratio nahe am Trigger liegt, die Wahrscheinlichkeit für die Umwandlung durch das Eingehen höherer Risiken aktiv herbeizuführen, was insbesondere für Anleihen in der Ausgestaltung von Write Down Bonds von Bedeutung ist. Zum anderen sollte ein größerer Abstand vom Trigger mit einem höheren Preis der Anleihe einhergehen, da das Risiko einer Umwandlung bzw. Abschreibung geringer ist. Die Regressionsergebnisse zeigen, dass Investoren beide Risiken berücksichtigen. Write Down Bonds weisen durch das genannte Principal-Agent-Problem eine signifikant höhere Rendite auf als CoCos, die in Aktien umgewandelt werden. Gleichzeitig sinkt die Rendite, wenn der Abstand vom Trigger steigt.
Quelle: Hesse 2016
Die Kontrollvariablen zeigen zudem, dass Investoren CoCo Bonds als risikoreicher ansehen als normale Nachranganleihen. Steigende CDS-Spreads, die Probleme beim Emittenten andeuten, steigern ebenso die Rendite wie eine längere Laufzeit. Diese Ergebnisse bleiben auch bei unterschiedlichen Modellspezifikationen robust. Gleiches gilt, wenn der Beobachtungszeitraum um die Phase der europäischen Staatsschuldenkrise ab 2010 erweitert wird. Ein weiteres Ergebnis betritt das Zusammenspiel zwischen Write-Down-Eigenschaft eines CoCo Bonds und dem Vorhandensein zusätzlicher immaterieller Vermögensgegenstände beim Emittenten wie Kundenbindungen, operationeller Expertise oder Reputation. Wird ein Interaktionsterm zwischen dem Write Down Dummy und dem Kurs-Buchwert-Verhältnis des Emittenten in die Regression eingebaut, so senkt dieser die Rendite: Die Write-Down-Eigenschaft eines CoCos ist dementsprechend weniger kritisch, wenn die Bank durch intangible Assets weniger Anreize hat, höhere Risiken einzugehen.
Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Fokus auf Anleihen des Finanzsektors, darunter CoCo-Fonds, jeden Monat in der Publikation Absolut|ranking Credit Corporate Bonds Financials. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 11.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 27 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 110 Universen.
Die Absolut|analyse "Contingent Convertibles und Subordinated Financials" vom Februar 2015 untersucht die Trends und Wertentwicklung im Segment der nachrangigen Schuldverschreibungen des Finanzsektors und zeigt die Performance und das Risiko der in diesem Sektor aktiven Produkte auf.