19.12.2016 | Märkte

Kostendruck verändert Asset-Management-Branche

Gebührendruck und der Trend zu passiven Investmentlösungen sorgen für einen negativen Ausblick für die globale Asset-Management-Industrie im Jahr 2017, berichtet die Ratingagentur Moody’s in einer Marktanalyse. Seit dem Jahr 2007 verzeichneten Indexfonds und ETFs stetige Zuflüsse, während zuletzt bei aktiv verwalteten Produkten Abflüsse zu beobachten waren. Ende 2015 betrug der Anteil passiver Produkte am Gesamtmarkt knapp 30 %, bis 2025 erwartet die Ratingagentur einen Anstieg auf mehr als 50 %.


Quelle: Moody’s

Ein Nebeneffekt des verstärkten Index-Investings ist zwar die steigende Nachfrage nach Asset Allocation Management, jedoch steigt für aktive Manager die Bedeutung der Marktperformance für die Entwicklung der verwalteten Assets. Die Anbieter reagieren auf den gesteigerten Druck durch M&A zur Erzielung von Skalen- und Diversifikationsvorteilen und konzentrieren ihre Entwicklungsarbeit auf die vielversprechendsten Strategiesegmente, u.a. Smart Beta, Multi Asset und Global Alternatives. Auch bei den Anbietern passiver Produkte sinken durch Konkurrenzdruck die Management Fees. Dies rührt vor allem aus dem institutionellen Segment her: Pensionspläne sind vielfach unterfinanziert, was ihre Preissensibilität erhöht, während Staatsfonds durch ihre Marktmacht den Preiswettbewerb verstärken, schätzen die Autoren.


Quelle: Moody's

Nach den anhaltenden Bull-Märkten der letzten Jahre steigt das Risiko von Schocks. Hohe Asset-Bewertungen und makroökonomische Divergenzen führen zu gestiegenen Tail-Risiken. Ein weiterer Faktor sind regulatorische Änderungen, die die Kostentransparenz steigern und die Vergleichbarkeit von Produkten erhöhen. Dies führt zu einer Entwicklung hin zu einfacheren und günstigeren Lösungen, erklärt Moody's. Aktive Manager fokussieren sich auf die Kostenoptimierung zur Erhaltung ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Sowohl operationelle als auch Compliance-Kosten steigen, was insbesondere große Anbieter besser verkraften können. Deutlich positiver als der allgemeine Industrieausblick stellt sich die Situation für die Anbieter von Alternatives dar. Gründe hierfür sind die gestiegenen Bewertungen, was Ausstiegsmöglichkeiten im Private-Equity-Segment schafft, sowie steigende Energiepreise im Zuge der jüngsten OPEC-Vereinbarungen.

Absolut Research unterstützt institutionelle Investoren bei der Selektion von Asset Managern mit der monatlichen Publikation Absolut|ranking. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 11.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 27 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 110 Universen.

Abonnenten von Absolut Research können weiterführende Informationen hier herunterladen:
Mehr zum Thema "Asset Management"
zurück