04.09.2013 | Research

Renminbi für viele Schwellenländer wichtiger als US-Dollar

In Ostasien hat der chinesische Renminbi den US-Dollar in den vergangenen drei Jahren als zentrale Leitwährung abgelöst, stellen zwei Autoren des Petersen International Economics Institute in Washington fest. Arvind Subramanian und Martin Kessler haben dazu die Wertentwicklung des Renminbi und des US-Dollars mit zehn Lokalwährungen in Ostasien verglichen. In acht von zehn Fällen ist die Wertentwicklung eng mit dem Renminbi verknüpft, während eine Gleichbewegung mit US-Dollar oder Euro deutlich weniger stark ausgeprägt ist. Diese Entwicklung hat sich seit Juli 2010 verschärft, seit die chinesische Regierung den fixen Wechselkurs zum US-Dollar gelockert hat. Verglichen mit der letzten vergleichbaren Periode zwischen 2005 und 2008 ist der Einfluss des Renminbi deutlich gewachsen.


Quelle: Subramanian, Kessler (2013)

Seitdem hat auch weltweit die Bedeutung des Renminbi erkennbar zugenommen. Von insgesamt 52 untersuchten Währungen ist für 32 die Abhängigkeit vom Renminbi gestiegen. Die Bewegung mit dem US-Dollar oder Euro ist nur für 16 bzw. 19 Staaten stärker geworden. Auch der Einfluss des Renminbi ist größer als in der letzten Phase mit flexiblerem Dollar-Wechselkurs. Im Mittel reagieren Währungen rund neun Prozentpunkte stärker auf den Renminbi. Die Gleichbewegung mit dem US-Dollar ist im Durchschnitt dagegen 13 Prozentpunkte und mit dem Euro rund 9 Prozentpunkte schwächer.


Quelle: Subramanian, Kessler (2013)

Treibende Kraft sind die Handelbeziehungen. Auch für zahlreiche Staaten außerhalb Asiens ist der Renminbi die dominante Referenzwährung geworden, etwa für Chile, Indien oder Südafrika. In Israel und der Türkei ist ebenfalls ein signifikanter Bedeutungsverlust des US-Dollar zu Gunsten des Renminbi nachzuweisen. Sollte China seinen Währungsmarkt weiter liberalisieren und stärker für ausländische Investoren öffnen, könnte der Renminbi den US-Dollar in den nächsten zehn Jahren auch auf internationaler Ebene als Leitwährung ablösen oder zumindest ebenbürtig werden, schreiben die Autoren.

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