Rendite und Volatilität von Schwellenland-Investments
Nachdem sich der Anteil der Schwellenländer am weltweiten BIP seit 1987 mit einem Anstieg auf 35 % mehr als verdoppelt hat, ist auch der Anteil der Emerging Markets an der weltweiten Marktkapitalisierung auf 20 % geklettert. Es existiert ein breiter Zweig der Forschungsliteratur, der Entwicklungen und Determinanten von Renditen und Volatilitäten der Aktienmärkte in den Schwellenländern untersucht.
Yigit Atilgan, Ozgur Dermirtas und Koray Simsek von der Sabanci Universität, Istanbul, haben den Forschungsstand in einer aktuellen Arbeit zusammengefasst. Hierzu verwenden die Autoren insgesamt 54 empirische Forschungspapiere.
Der Zusammenhang von Rendite und Risiko, gemessen an der Volatilität, ist empirisch bei Emerging-Markets-Aktien keineswegs so eindeutig, wie die meisten Asset-Pricing-Modelle dies implizieren. Eine Reihe von Studien findet insignifikante oder sogar negative Korrelationen. Wird stattdessen das Risiko über den Value at Risk bemessen, ergibt sich der erwartete klar positive Zusammenhang. Ebenso werden Smart-Beta-Faktoren untersucht. Zwar sind die Ergebnisse hier ebenfalls nicht vollkommen eindeutig, doch bekannte Faktoren wie Value und Momentum scheinen auch in den Emerging Markets mit einer Outperformance verbunden zu sein. Größere Einigkeit besteht dagegen bei den Effekten von Marktliberalisierungen: Dies hat sinkende Kapitalkosten zur Folge.
Im zweiten Teil fokussieren sich die Autoren auf den Volatilitätsaspekt. Wenig überraschend weist die Mehrzahl der Studien den Schwellenländern eine höhere Volatilität nach als den Industrieländern. Kommt es zu Liberalisierungen des Marktes bzw. einem Anstieg des Anteils der, von ausländischen Investoren gehaltenen, Aktien, nimmt die Volatilität in der Tendenz ab.