Rendite und Risiko von institutionellen Infrastrukturinvestments
Das Analysehaus IPD der MSCI-Gruppe hat in einer aktuellen Studie die Situation von Infrastrukturinvestments untersucht. Neben einer generellen Definition von Infrastruktur, gehen die Autoren ein auf besondere Risiken, die Marktstruktur sowie Wachstumsgründe. Bei Investments in Infrastruktur kommen neben üblichen makroökonomischen und politischen Risiken zusätzlich ggf. Konstruktionsrisiken hinzu. Weiterhin müssen bei öffentlich-privaten-Partnerschaften die jeweiligen Zuständigkeiten klar definiert werden. Zu den Renditen gibt es bislang im Wesentlichen nur auf Australien fokussierte Untersuchungen, da diese Region ein Vorreiter in der Entwicklung von Infrastruktur als Asset-Klasse ist. Hier kommt IPD zu dem Ergebnis, dass sich mit Unlisted Infrastructure langfristig eine annualisierte Rendite von 13,6 % erwirtschaften lässt, die weniger anfällig auf wirtschaftliche Schwächephasen wie die Finanzkrise reagiert. Hinzu kommen positive Korrelationsaspekte, da über die vergangenen 12 Jahre australische nicht-börsennotierte Infrastruktur keine positive Korrelation zu Aktien oder Anleihen aufwies.
Quelle: IPD
Je nach Projekt können sich Gesamtrisiko, laufende Erträge und Wertveränderungen jedoch deutlich unterscheiden. Während Energieversorger, vor allem die Netze, Wasser- und Abfall-Management-Systeme und etablierte Maut-Straßen geringere Risiken und erwartete Renditen aufweisen, stellen Pipelines mit kurzen Vertragslaufzeiten und Greenfield-Mautstraßen riskante Investments dar. 
Quelle: IPD
Schlüsselspieler im Markt sind Banken und Regierungen. Auf der Investorenseite ist der Infrastrukturanteil bei Pensionsfonds mit im Mittel 8 % am höchsten, gefolgt von Staatsfonds. Ausgehend vom geschätzten Investitionsbedarf in Infrastruktur wird mit einer staatlichen Lücke von 0,5 bis 1,5 Billionen US-Dollar jährlich gerechnet, die private Investoren schließen müssen. Die steigende Nachfrage hat seit 2009 zu einem Anstieg der nicht gelisteten Fonds von 40 auf 149 geführt. Trotz dieses deutlichen Wachstums nicht-börsennotierter Fonds schafft es mehr als die Hälfte der institutionellen Investoren nicht, die eigene Zielallokation in Infrastruktur zu erreichen. Gerade hinsichtlich der globalen Informationstransparenz besteht bei Infrastrukturinvestments noch deutlicher Verbesserungsbedarf. Insbesondere der nur sehr geringe Umfang an Daten zu dieser noch sehr jungen Asset-Klasse erschwert die Beurteilung der Chancen und Risiken, so das Fazit der Untersuchung.
Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Fokus auf Listed Infrastructure jeden Monat in der Publikation Absolut|ranking Listed Infrastructure & Private Equity. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 10.000 institutionelle Publikumsfonds, aufgeteilt in 23 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 80 Universen.