14.04.2015 | Studie

Swiss Re analysiert unbeabsichtigte Folgen der lockeren Geldpolitik

Die lockere Geldpolitik in Europa und den USA bringt unbeabsichtigte Konsequenzen mit sich, die der Rückversicherer Swiss Re in einem aktuellen Marktüberblick analysiert. So begünstigt das niedrige Zinsniveau die Bildung von Preisblasen. Den Autoren zufolge sind Asset-Klassen wie Collateralized-Loan-Obligations (CLOs), High Yield Corporate Credit und Leveraged Loans stark überbewertet. Die Immobilienmärkte sind ebenfalls anfällig für die Bildung von Blasen. Besonders in London, China und einigen skandinavischen Städten erwarten die Autoren Preiskorrekturen. Auch Small Caps, Biotech-Firmen und Social-Media-Firmen sind in Relation zu historischen Werten sehr hoch bewertet, geben die Autoren zu bedenken.


Quelle: Swiss Re

Zusätzlich erzeugt das niedrige Zinsumfeld insbesondere bei institutionellen Anlegern wie Versicherern oder Pensionsfonds Kosten in Form von entgangenen Gewinnen. Die laufenden Erträge der Portfolios sinken seit Jahren und insbesondere Lebensversicherer stehen vor dem Problem, garantierte Zinssätze bedienen zu müssen. Diese Kosten werden zwar durch einen Anstieg der Aktienmärkte und der Immobilienpreise kompensiert, es ist jedoch unklar, ob sich diese Effekte vollständig ausgleichen, da vor allem ein Engagement am Aktienmarkt von regulatorischer Seite begrenzt wird. Swiss Re schätzt, dass bei europäischen Versicherern ohne den Einfluss der Geldpolitik im Fixed-Income-Portfolio Mehreinkünfte in Höhe von 20 - 40 Mrd. US-Dollar entstehen würden. Grundlage der Schätzung ist die "faire" Verzinsung von Staatsanleihen auf Basis von BIP-Wachstum und Inflation.

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