Relevanz von Investmentrisiken verändert sich mit Anlagehorizont
Geoffrey Warren von der Australian National University hat den Einfluss des Anlagehorizontes auf die Investmentrisiken untersucht. In dem Researchpaper vom September 2018 nutzt der Autor einen Discounted-Cashflow-Ansatz, der vier wesentliche Treiber umfasst: ursprünglich erwartete Rendite, Veränderungen von Cashflows oder Diskontsatz und Rendite von Reinvestitionen. Kernergebnis der Analyse ist, dass sich kurz- und langfristig orientierte Investoren auf unterschiedliche Treiber von Rendite und Risiko fokussieren sollten. Für Anleger mit kurzen Investmenthorizont empfiehlt sich eine Konzentration auf Einflussfaktoren kurzfristiger Preisfluktuationen, da Preisveränderungen die relevanteste Komponente der Rendite auf kurze Zeiträume sind. Für langfristige Investoren spielen hingegen wertverändernde Einflussfaktoren eine größere Rolle. Dies sind etwa die ursprünglich erwartete Rendite, realisierte Cashflows und die Rendite von Reinvestitionen. 
Quelle: Warren, 2018
Damit wirft der Autor die Frage nach dem relativen Risiko einzelner Asset-Klassen auf. Beispielsweise ist die Annahme von Cash als risikolosem Asset nur richtig für kurzfristige Investoren; längerfristig unterliegt Cash einem hohen Risiko bezüglich der Rendite von Reinvestitionen. Umgekehrt können Aktien längerfristig als weniger riskant angesehen werden. Damit schließt der Autor, dass das Risiko eines Assets zumindest teilweise vom Anlagehorizont eines Investors abhängt.
Quelle: Warren, 2018
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