07.11.2017 | Research

Relevanz von Faktor-Exposures in Benchmark-Indizes steigt

Die meisten klassischen Marktbenchmarks weisen lediglich Exposure zu zwei oder drei Risikofaktoren auf, insbesondere Value und Momentum, zeigt ein Forschungspapier der Autoren Anath Madhavan, Aleksander Sobzcyk und Andrew Ang von BlackRock. Untersucht wurden die Exposures verschiedener Benchmarks im Zeitverlauf zu den fünf Long-Only-Faktoren Value, Quality, Size, Momentum und MinVol. Im ersten Schritt wurden US-Indizes wie S&P 500 sowie unterschiedliche Russell-Indizes analysiert. Zum März 2017 entfiel bei S&P 500 knapp die Hälfte des Faktor-Exposures auf Quality und jeweils ein Viertel auf Value und Momentum. Dies war im Zeitverlauf jedoch nicht konstant, sondern unterlag starken Schwankungen. Erklärungen hierfür sind beispielsweise die unterschiedliche Performance verschiedener Sektoren oder politische Entwicklungen wie die jüngsten Erwartungen von Steuersenkungen. In den vergangenen Jahren hat der Anteil der Performance, der von den Faktoren erklärt werden kann, deutlich zugenommen. Dabei ist die Anzahl der Faktoren, die wesentlichen Einfluss auf den Index hatte, gering.


Quelle: Madhavan, Sobzcyk, Ang, 2017

Andere US-Indizes unterscheiden sich in diesem Aspekt: Der Russell 3000 wird von deutlich mehr Faktoren beeinflusst, während beim Russell 1000 Growth, der ein eingeschränktes Spektrum des Aktienmarktes umfasst, weniger Faktoren Einfluss haben. Die Unterschiede im Faktor-Exposure zwischen Russell 3000 und Russell 1000 sind relativ gering – trotz der größeren Anzahl von Indexkomponenten im Russell 3000.

Bei der Untersuchung von internationalen Indizes fällt auf, dass der Erklärungsgehalt der Faktoren in den Emerging Markets wesentlich geringer ist, da hier idiosynkratische Risiken größeres Gewicht haben. Bei globalen Indizes wie dem MSCI World oder EMU ist in den vergangenen Jahren die Relevanz der Faktoren am deutlichsten gestiegen. Dies impliziert, dass das Kapitalmarktumfeld stärker von makroökonomisch bedingten Einflüssen bestimmt wird bzw. die Relevanz gesamtwirtschaftlicher Risiken zugenommen hat.


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