12.06.2014 | Märkte

Rekordnachfrage für grüne Unternehmensanleihen

Immer mehr Unternehmen emittieren Anleihen, deren Erlös an die Finanzierung ökologischer und nachhaltiger Projekte gebunden ist. Mitte Mai hat der französische Versorger GDF Suez mit einem Volumen von 2,5 Mrd. US-Dollar die bislang größte "grüne" Unternehmensanleihe emittiert. In zwei mit A- bewerteten Tranchen zu 1,2 Mrd. Euro mit 6 Jahren Laufzeit und 1,3 Mrd. Euro mit 12 Jahren Laufzeit lagen die Kupons bei 1,375 % und 2,375 %. Die Emissionen waren dreifach überzeichnet. 43 % der 12-jährigen Tranche ging an Versicherer und Pensionsfonds aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Das aufgenommene Kapital fließt in erneuerbare Energieprojekte, wie Windfarmen, Biomasse-Anlagen, Smart Metering und Hydro-Energieerzeugung.


Quelle: Standard & Poor's

In der Vergangenheit waren hauptsächlich öffentliche und supranationale Entwicklungsbanken unter den Emittenten von Green Bonds. In einem aktuellen Marktbericht schätzt Standard & Poor's, dass sich das Volumen des privaten Green-Bond-Markts in diesem Jahr auf 20 Mrd. US-Dollar verdoppeln wird. Der private Anteil am Emissionsvolumen 2014 könnte damit auf rund 25 % steigen. Die Marktentwicklung wird hierbei insbesondere von institutioneller Nachfrage getrieben, die immer häufiger auf der Suche nach nachhaltigen Investmentformen mit planbaren Erträgen sind. Vergangene Emissionen, wie auch die jüngste von GDF Suez, waren oftmals binnen kürzester Zeit mehrfach überzeichnet.


Quelle: Standard & Poor's

Fast zwei Drittel des ausstehenden Volumens an Corporate Green Bonds entfällt auf den Versorgersektor. Neben GDF Suez haben dieses Jahr unter anderem Électricité de France (EDF) und der spanischer Versorger Iberdrola "grüne" Anleihen ausgegeben, deren Emissionsvolumina an erneuerbare Energien gebunden sind. Immobilienunternehmen liegen bei einem Marktanteil von rund 18 %, Automobilhersteller bei 11 %. Hier ist Toyota Vorreiter mit einer Anleihe, die durch Autokredite von Hybrid- und Elektrofahrzeugen besichert wird. Die Laufzeiten der Anleihen liegen abhängig vom Industriezweig im Mittel zwischen vier und acht Jahren. Versorger sind dabei eher am langen Ende zu finden, Konsumgüterkonzerne, Immobilienunternehmen und Automobilhersteller eher am kurzen. Der Großteil der Emissionen ist mit A+ und A bewertet.

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