Rechnungszins belastet deutsche Pensionspläne
Der Ausfinanzierungsgrad deutscher Pensionspläne ist einer Analyse des Beratungsunternehmens Towers Watson zufolge im ersten Halbjahr 2014 weiter gesunken. Der 100%-Benchmark-Plan verlor in den ersten sechs Monaten mehr als fünf Prozentpunkte, der Dax-Plan vier. Zentraler Treiber dieser Entwicklung ist der sinkende Rechnungszins. Während im letzten Jahr ein leichter Anstieg für Entlastung sorgte, sank der Rechnungszins seit Jahresbeginn um 58 Basispunkte auf 3,07 % am Ende des zweiten Quartals. Die positive Kapitalmarktentwicklung konnte den zinsbedingten Anstieg der Pensionsverpflichtungen nur teilweise ausgleichen.
Quelle: Towers Watson
Die Planvermögen stiegen im ersten Halbjahr nach Einbeziehung der Rentenleistungen und Dotierungen um 4,3 Prozent. Dabei betrug die Rendite der Kapitalanlage den Schätzungen von Towers Watson zufolge 5,5 %. Sowohl Aktien- als auch Anleihen lieferten eine positive Performance. Im Vergleich zu Dax-Unternehmen fällt die Entwicklung der MDax-Pläne trotz einer etwas höheren Aktien-Allokation leicht zurück. Grund hierfür ist die negative Entwicklung im Immobiliensegment, das im MDax mit 11 Prozent, in Dax-Plänen mit sechs Prozent gewichtet wird.
Quelle: Towers Watson
Per Saldo steht damit eine sinkende Funding Ratio verglichen mit Ende 2013 zu Buche. Der MDAX-Plan fiel sogar unter die 50 % Marke. Dennoch ist verglichen mit dem Jahresende 2012 eine leichte Verbesserung der Finanzierungssituation zu erkennen.