Professionalisierung im Stiftungswesen nimmt zu
Stiftungen in Deutschland arbeiten heute wesentlich professioneller als noch vor einigen Jahren, stellt der Bundesverband Deutscher Stiftungen Ende August in einer Umfrage fest. Unabhängig vom Volumen des Stiftungskapitals orientieren sich mehr als drei Viertel aller Stiftungen an einem Leitbild. Über 80 Prozent der Umfrageteilnehmer haben ihr Leitbild dabei auch schriftlich festgehalten. Mehr als die Hälfte der Stiftungen befasst sich jährlich mit ihren Stiftungszielen. Unterschiede zwischen großen und kleinen Stiftungen offenbaren sich vor allem hinsichtlich der Vermögensanlage und der Kommunikationsstrategie. Zwei Drittel der Stiftungen, die über eine Million Euro verwalten, verfügen über eine schriftlich festgehaltene Anlagestrategie. Unter den kleineren Stiftungen liegt der Anteil nur bei einem Drittel. Hier wird die Vermögensanlage eher mündlich festgehalten, wie 48 Prozent der kleinen Stiftungen angeben. Immerhin zehn Prozent der kleinen Stiftungen geben an, über keine Anlagestrategie zu verfügen. Unter den großen Stiftungen liegt der Anteil immer noch bei fast sechs Prozent.
Quelle: Bundesverband Deutscher Stiftungen (BDS)
Die Umsetzung der Anlagestrategie hängt dagegen eher wenig von der Stiftungsgröße ab. Die Mehrheit der kleinen und großen Stiftungen benennt einen Verantwortlichen für die Kapitalanlage. Dabei verfügt aber nur etwa jede Vierte Stittung über einen detaillierten, schriftlichen Plan. Dies gilt für kleine und große Stiftungen gleichermaßen. Bei der Evaluierung der Vermögensanlage greifen große Stiftungen jedoch eher auf externe Berater zurück als kleine. Ebenfalls führen 40 Prozent aller Stiftungen regelmäßige Kontrollen der Zwischenergebnisse durch und halten diese auch schriftlich fest. 51 Prozent bewerten Soll- und Ist-Zustand ihrer Kapitalanlagen quantitativ.
Quelle: Bundesverband Deutscher Stiftungen (BDS)
Eine Personalstrategie verfolgen die wenigsten Stiftungen. Nur knapp 16 Prozent haben eine schriftlich fixierte Personalstrategie. Jede dritte Stiftung gibt an, dass hierzu keine Angabe möglich ist, was den Autoren zufolge dafür spricht, dass es in diesen Fällen kein Personal gibt. Hier sieht der Verband Nachholbedarf.