05.09.2016 | Studie

Produktionsnahe Immobilien gewinnen an Bedeutung

Aurelis Real Estate hat in einer Studie untersucht, ob sogenannte produktionsnahe Immobilien ein Wachstumssegment insbesondere in institutionellen Portfolios darstellen. Dazu wurden große mittelständische Unternehmen der produktionsnahen Branche u.a. zur Entwicklung des Marktes, zum eigenen Bedarf an flexibel nutzbaren Flächen sowie zur Bereitschaft hinsichtlich einer Veräußerung der Unternehmensimmobilien befragt.
Aus den Befragungsergebnissen schließen die Autoren, dass das Interesse der Unternehmen an outgesourcten produktionsnahen Immobilien steigen wird. Als Gründe werden der steigende internationale Wettbewerb sowie die voranschreitende Digitalisierung der Industrie genannt. Durch diesen strukturellen Wandel wird eine Verschiebung des Bedarfs von reinen Produktionsflächen hin zu einer Mischung aus Produktion und Dienstleistung als möglich eingeschätzt. Rund 64 % der Unternehmen gaben an, dass ihr Bedarf an solchen flexibel nutzbaren Flächen steigen wird.

Für die kommenden 10 Jahre ermittelten die Autoren ein Investitionsvolumen von 30 Mrd. Euro. Die bisher hohen Eigentumsquoten, die sich bspw. bei Produktionsimmobilien auf durchschnittlich 85 % belaufen, sind seit einigen Jahren rückläufig. Desinvestitionen, vor allem in den Segmenten Büro, Einzelhandel und Logistik, führten zu einer geringeren Eigentumsquote zwischen 50 und 60 %. Die Autoren gehen davon aus, dass sich dieser Anteil zugunsten einer höheren Flexibilität weiter verringern wird.


Quelle: Aurelis Real Estate Management

Die geringe Nachfrage seitens der Investoren führen die Autoren einerseits auf einen fehlenden Kenntnisstand und andererseits auf fehlende Immobilienbenchmarks auf Unternehmensseite zurück. Nach der Einschätzung von 61 % der Unternehmen kennen sich Investoren nur unzureichend mit produktionsnahen Immobilien aus. Dennoch registrierten die Unternehmen ein deutlich wachsendes Interesse an der Assetklasse.


Quelle: Aurelis Real Estate Management

Ein Drittel der befragten Unternehmen befürwortet Neuinvestitionen seitens der Investoren, 21 % erklären sich teilweise dazu bereit. Die Autoren schätzen die Marktbedingungen (bestehender Immobilienbestand, Bedarf der Unternehmen etc.) für die Etablierung der Assetklasse als positiv ein, auch wenn auf Anbieter- und Nachfrageseite noch einige Hürden bestehen. 

Produktionsnahe Immobilien werden in der Leichtindustrie für Fertigungs- und Logistikprozesse genutzt. Die Leichtindustrie ist weniger investitionsintensiv und stärker arbeits- und wissensorientiert als die Schwerindustrie. Die Branche ist auf eine hohe Flexibilität in der Verfügbarkeit von produktionsnahen Immobilien angewiesen, um im Innovationsführerwettbewerb bestehen zu können. Das Immobiliensegment besteht überwiegend aus Produktions-, Büro- und Lagerflächen. Der Bestand dieser Immobilien in Deutschland wird von den Autoren derzeit auf ca. 600 Mrd. EUR geschätzt, wobei hier weitere Studien fehlen.

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Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds und ETFs mit Fokus auf Immobilien jeden Monat in der Publikation Absolut|ranking Real Estate. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 11.000 institutionelle Publikumsfonds, aufgeteilt in 25 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 100 Universen.

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