Private Equity Volumina rückläufig, Deutschland liegt vorne
Die britische Private-Equity Gesellschaft Candover hat in Zusammenarbeit mit der Fachzeitschrift Unquote das "unquote Private-Equity Barometer" für das dritte Quartal 2008 veröffentlicht.
Demnach fiel die Gesamtgröße aller europäischer Deals im dritten Quartal auf weniger als 20 Mrd. Euro, ein Rückgang um mehr als 35 %. Die Anzahl der abgewickelten Geschäfte schrumpfte hingegen nur um 10 % auf 364 Deals. In der Jahresbetrachtung zeigt sich dieser Unterschied noch deutlicher. Während das Volumen um 7,5 Prozent zurück ging, sank der Wert der Transaktionen um 54 Prozent.
Quelle: Unquote
Der Zusammenbruch des Bankensektors und die starken Wertkorrekturen am Aktienmarkt hatten die größten Auswirkungen auf Private-Equity-Buyouts. Diese verzeichneten einen Rückgang auf 16,6 Mrd. Euro gegeüber 24,4 Mrd. Euro in zweiten Quartal. Auch hier fiel der Rückgang der Transaktionen mit 14 % geringer aus. In besonders hohem Maß waren die großen Buyouts - definiert als Deals mit einem Wert größer als 1,65 Mrd. Euro - rückläufig. Allerdings führte der 2 Mrd. Euro Buyout der Xella International GmbH durch Goldman Sachs Capital Partners dazu, dass der deutschsprachige Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) der einzige war, der wert- und mengenmäßig einen Anstieg der Buyouts verzeichnen konnte.
Auch das Segment der Growth-Capital-Finanzierungen brach europaweit ein. Der Rückgang beträgt mengenmäßig 20, wertmäßig sogar 61% gegenüber dem vorangegangenen Quartal. Allerdings schlugen im zweiten Quartal zwei Finanzierungen mit 3,5 Mrd. Euro zu Buche. Für die zukünftige Entwicklung zeichnet sich ein Trend hin zu erneuerbaren Energien ab, die gemäß der Studie ein signifikantes Potential für Growth-Capital-Finanzierungen innehaben.
Early-Stage Finanzierungen weisen als Einzige ein starkes Wachstum auf. Die Anzahl stieg um 14 % von 92 auf 105 Deals. Dieser Anstieg stellt den höchsten seit dem Technologie-Boom der 90er Jahre dar. Deutschland nimmt in diesem Bereich die Vorreiterrolle ein, mit 40 % der Finanzierungen im dritten Quartal. Darunter ist auch die 85 Mio. Euro Finanzierung des Solar-Module-Entwicklers Sulfurcell Solartechnik GmbH, die größte Early-Stage-Finanzierung im gesamten dritten Quartal.