Deutsche VC-Industrie wächst auch im dritten Quartal
Das aktuelle Venture Capital Panel des Beratungsunternehmens Fleischhauer, Hoyer & Partner (FHP) stellt die Entwicklung und Trends der deutschen Venture Capital (VC)-Industrie im dritten Quartal dar. Das Panel deckt 70 Prozent des in Deutschland investierten VC-Kapitals ab und kann daher als repräsentativ angesehen werden.
Trotz des unruhigen Marktumfelds im Zuge des wirtschaftlichen Abschwungs, konnte die Branche ein erfolgreiches Quartal verbuchen. Zwar wurden von den betrachteten Investoren im abgelaufenen Quartal rund 11 % weniger Mittel investiert, auf Jahressicht stieg das investierte Kapital der Umfrage zufolge allerdings um 44% auf 424 Mio. Euro. Die Anzahl der Beteiligungen entwickelte sich ebenfalls positiv und konnte um 21 % auf 145 (Vorquartal 120) zulegen. Dies markiert den höchsten Stand seit sieben Jahren. Auch im Bereich der Exits ging es aufwärts, wobei die Abschreibungsquote des vergangenen Quartals auf ein Jahrestief gefallen ist. Insgesamt waren 19 von 23 Exits erfolgreich (Vorquartal 12 von 16), wobei der größte Teil (54 Prozent) durch Trade-Sales statt fand.
Diese weiterhin positive Entwicklung wird der Finanzierungsstruktur von Venture Capital zugeschrieben. Durch eine reine Eigenkapitalfinanzierung sei man von der strikteren Kreditvergabe der Banken nicht betroffen und konnte weiter wachsen.
Besonders attraktive Branchen für Investments sind die Biotech-Branche, Medizintechnikunternehmen und der IT-Sektor. In Biotech-Unternehmen flossen rund 33 Mio. Euro, in Unternehmen aus dem Internetsektor und Medizintechnikbereich jeweils etwa 20 Mio. Euro. Die meisten Gelder wurden dabei in Beteiligungen in Bayern und Nordrhein-Westfalen investiert.
Bei den VC-Gesellschaften ist ein Konzentrationsprozess festzustellen. Demnach entfielen 60 Prozent der neu eingeworbenen Mittel auf die drei größten Gesellschaften. Diese VC-Gesellschaften wiesen dabei mit durchschnittlich 85 Prozent auch einen großen Anteil ausländischer Anleger auf.
Zu den größten Anlegern gehören Dachfonds, Banken und Family Offices. Sie stellen rund 60 Prozent des Kapitals bereit, Versicherungen und Pensionsfonds hingegen jeweils nur 6 bzw. 9 Prozent.