29.06.2009 | Research

Private-Equity-Investitionen 2008 in Europa rückläufig

Anfang Juni veröffentlichte der Branchenverband European Private Equity & Venture Capital Association die Jahresstatistik für 2008. Demnach blieb das Fundraisig mit 79 Mrd. Euro nahezu unverändert auf dem Niveau von 2007, die Investitionen gingen jedoch um 27% auf 54 Mrd. Euro zurück.





Grund für den Einbruch ist insbesondere der Rückgang im Segment großer Buy-outs. Erfolgreich ist hingegen das Venture-Capital-Segment. Start-Up- und Seed-Finanzierungen wuchsen um 15% und konnten eine Wertsteigerung von 7% verbuchen. Wachstumsfinazierungen erreichten sogar eine Verdopplung des Volumens auf 7 Mrd. Euro. Insgesamt erhielten 5.800 Unternehmen in Europa Mittel aus Private-Equity-Fonds. Die hohe Diskrepanz zwischen Fundraising und Investitionen lässt auf ein abwartendes Verhalten der Fondsmanager schliessen.

Die Stabilität von Venture Capital unterlegt auch die "Global Venture Capital Survey 2009", die von Deloitte in Zusammarbeit mit der EVCA erstellt wurde. Zwar planen die befragten Fonsmanager zu 51% weniger Unternehmen zu finanzieren, dies sei jedoch in erster Linie auf das aktuelle Marktumfeld zurückzuführen. Dementsprechend konzentrieren sich die Fonds momentan auf bestehende Portfoliounternehmen. So sind die Branchenplanungen stabil, mit Ausnahme des Cleantech-Sektors, für den 63% der Befragten einen Investitionsanstieg erwarten. 36% wollen sich zudem stärker in Spätphasenfinanzierungen engagieren, um ihre Portfoliounternehmen zu stützen.


Quelle: Deloitte

52 Prozent der befragten Gesellschaften gaben an, aktuell im Ausland zu investieren. Sie erwarten, dass in den nächsten drei Jahren mehr in Ländern außerhalb der USA investiert wird. Die Hälfte der Befragten geht davon aus, dass Investitionen in Asien (Indien ausgeschlossen) steigen, 43 Prozent sehen Wachstum in Indien, 36 Prozent in Südamerika, 25 Prozent in Europa und dem Vereinigten Königreich und nur 17 Prozent in Nordamerika.
Die Globalisierung wird nicht nur das Venture Capital-Geschäft weiter erfassen, sondern auch die Gruppe der Limited Partner. 54 Prozent der Befragten erwarten, dass es mehr Limited Partner außerhalb ihres Heimatlandes geben wird.  Lediglich 8 Prozent glauben, dass die Anzahl der ausländischen Gesellschafter sinkt, und 38 Prozent gehen von einer gleich bleibenden Anzahl aus.

Insgesamt ist die Branche optimistisch. Insbesondere in den Schwellenländern wie China, aber auch durch Innovationsförderung in den entwickelten Nationen, rechnen die Branchenmitglieder mit anhaltender Nachfrage von institutionellen Investoren.

Abonnenten von Absolut Research können weiterführende Informationen hier herunterladen:
zurück