30.06.2009 | Studie

SRI und ihre Umsetzung bei institutionellen Investoren

Eine umfassende Studie zum Thema Socially Responsible Investments (SRI) sowie Anwendung und Umfang bei institutionellen Investoren wurde im April von Mitarbeitern der Leuphana Universität Lüneburg und der BankInvest veröffentlicht. Darin werden die Grundlagen von SRI in entwickleten Volkswirtschaften und Schwellenländern, die Relevanz für institutionelle Investoren, die Transparenz und Reputation von SRI Servie Providern, die Performance- und Riskokennzahlen sowie die Einschätzung aufgrund der Finanzkrise dargestellt.


Quelle: Leuphana, BankInvest

Ein großer Anteil der Befragten Institutionen gab an, dass SRI hohe (56,4%) bzw. mittlere (33,8%) Relevanz besitzt. Hauptmotiv für SRI ist Diversifikation (73,80%), gefolgt von ökologischen (55,60%) und ökonomischen (49,30%) Kriterien. Einer starken Definition von SRI folgen 46% der Befragten, 30% einer mittleren und 24% einer schwachen Definition, wobei SRI mehr bei gesellschaftsnahen Institutionen wie Genossenschaftsbanken, Kirchen und Family Offices Berücksichtigung findet, kaum hingegen bei Pensionsfonds. Dieses Ergebnis ist konträr zu anderen Studien, über die Absolut|report kürzlich berichtete (Studie: Betriebliche Altersvorsorge ist Vorreiter bei nachhaltigem Investieren; Umfrage: Nachhaltigkeit bei institutionellen Investoren als Ziel definiert). Interessant ist hier, dass die tatsächlichen Anlageentscheidungen eher schwachen SRI-Definitionen folgen.


Quelle: Leuphana, BankInvest

53,9% gaben an, bereits in SRI investiert zu sein, von den übrigen 46,1% können sich 80,6% ein Engagement vorstellen. Das Vertrauen in den Markt ist dabei sehr hoch, die zunehmenden Produktlancierungen werden allerdings auch mit Skepsis gesehen. D. h. Transparenz und Vertrauen sind entscheidende Faktoren bei der Umsetzung von SRI. Das Performancepotential in Schwellenländern wird deutlich größer gesehen, als in entwickelten Volkswirtschaften. Zudem werden SRI-nahe Branchen wie Versorger, Energie und Gesundheit zu den Krisengewinnern gezählt. Ebenso sind 65,8% der Ansicht, dass durch eine höhere Berücksichtigung von SRI-Kriterien Wirtschaftskrisen abgeschwächt bzw. seltener werden.

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