18.02.2014 | Research

Primäre Risiken für den Finanzmarkt 2014

Im aktuellen Jahresbericht setzt sich das Office of Financial Research (OFR), das dem amerikanischen Finanzministerium unterstellt ist, mit den zentralen Risiken für die globale Finanzmarktstabilität auseinander. Die größten Risiken sehen die Autoren dabei unter anderem in der exzessiven Inkaufnahme von Kreditrisiken, Durationsrisiken im Falle schlagartig steigender Zinsen sowie Spillover-Effekten aus der Entwicklung der Schwellenländer.
Hinsichtlich der Emissionsentwicklung an den Anleihenmärkten gibt der Report zu bedenken, dass immer mehr Schuldner mit niedrigem Kreditrating zu den größten Emittenten von Schuldpapieren gehören. Im Falle einer abschwächenden Konjunktur könnte die Ausfallquote in diesem Marktsegment deutlich ansteigen. Ebenfalls kritisch sieht der Bericht die Entwicklung der Loan-Märkte, wo die Zahl der Emissionen mit schwächeren Covenants zuletzt deutlich zugenommen hat, während die Zinsaufschläge dies nur teilweise widerspiegeln. Darüber hinaus seien seit geraumer Zeit sinkende Inventarbestände bei den führenden Händlern im Corporate-Bond-Segment zu beobachten, die bei adverser wirtschaftlicher Entwicklung zu massiven Liquiditätsproblemen führen könnten.


Quelle: OFR

Für die Entwicklung der Schwellenländer sieht der Bericht vor allem die US-Zinspolitik ausschlaggebend. Mit der Tapering-Ankündigung im Mai vergangenen Jahres kehrten sich grenzübergreifende Kapitalströme in vielen Schwellenländern um. Damit einher gingen negative Auswrikungen auf Zahlungsbilanz und Währungsentwicklung. Dabei müsse allerdings zwischen den Volkswirtschaften differenziert werden, insbesondere in wie weit Handlungsspielraum für wirtschaftspolitische Maßnahmen besteht. So besitzen Chile, Kolumbien und Südkorea relativ komfortable Fundamentaldaten, während in der Türkei, Südafrika oder Brasilien die Fähigkeit, Schocks zu verarbeiten deutlich geringer ist.


Quelle: OFR

Im September hatte das OFR in einem zweiten Bericht bereits die Zusammenhänge der amerikanischen Asset-Management-Industrie und der Finanzmarktstabilität untersucht.

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