Positive Einkommensentwicklung könnte Versicherungsnachfrage stärken
Vorsichtiger Optimismus bezüglich der konjunkturellen Aussichten kennzeichnet die Weltwirtschaft. Eine umfangreiche Studie von Aon und des Hamburgischen WeltWirtschafts Institutes (HWWI) prognostiziert bis 2015 ein globales Wachstum um rund einen Prozentpunkt auf 4 %. Basierend auf einer Szenarioanalyse wird zudem untersucht, welche Auswirkungen sich für die Versicherungswirtschaft ergeben. Dabei betrachten die Autoren drei Szenarien: Ein optimistisches, das von einer Erholung der Weltwirtschaft und der Rückkehr zu einem robusten Wachstumspfad ausgeht, ein mittleres, welches anhaltende Unsicherheit und hohe Volatilität bei einer fragilen Verbesserung unterstellt und ein pessimistisches Szenario, in dem Deflationsgefahren und andauernde Arbeitslosigkeit sowie langfristige Stagnation kombiniert sind.
Quelle: HWWI, Aon
Im optimistischen Szenario, welches eine wirtschaftliche Erholung umfasst und damit auch wieder ansteigende Zinssätze impliziert, lassen sich durch Staatsanleihen große Teile der Garantieverpflichtungen erwirtschaften, so dass nur geringe Anteile des Portfolios in risikobehafteten Anleihen investiert werden müssen. In den weniger erfreulichen Szenarien sind die Zinsen niedriger, so dass entsprechend das Risiko steigt. Auf der Nachfrageseite stimulieren steigende Einkommen tendenziell die Nachfrage nach Versicherungsleistungen, wobei viele andere Faktoren mit hineinspielen. Andererseits können Schocks wie etwa die Finanzkrise generell eine Abnahme der Risikobereitschaft von Haushalten und somit eine steigende Nachfrage nach Versicherungen bedeuten.
Quelle: HWWI, Aon
Trotz des zarten Erholungspfades der Weltwirtschaft bestehen erhebliche Risiken für die weitere Entwicklung. Hierzu gehört die Eurokrise, da wichtige strukturelle Reformen in den europäischen Peripheriestaaten teils noch nicht umgesetzt wurden. In den Schwellenländern bestehen Risiken durch die zunehmende Straffung der US-Geldpolitik, zudem leiden vor allem die Türkei und Mexiko unter hohen kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Ausländern in Verbindung mit chronischen Leistungsbilanzdefiziten, was diese anfällig bei kurzfristigen Kapitalabflüssen macht.