Pictet stellt neue Aspekte des nachhaltigen Investments vor
Im April hat Pictet Asset Management ein Research-Paper zu dem Thema Socially Responsible Investments (SRI) in der Finanzkrise veröffentlicht. Darin stellen die beiden Autoren Christoph Butz und Laurent Nguyen fest, dass SRI-Portfolios in der Finanzkrise trotz der Berücksichtigung von extra-finanziellen Indikatoren keinen zusätzlichen Schutz vor Downside-Risiken geboten haben und kein signifikant positives Alpha generieren konnten. Die Titelauslese speziell nach Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekten (ESG) sei zwar notwendig, aber für sich genommen noch keine hinreichende Bedingung für stabilere, nachhaltige Portfolios. Sie schlagen daher vor außerdem solche unternehmerischen Fundamentaldaten zur Portfoliokonstruktion heranzuziehen, die Unternehmen langfristig stabiler und belastbarer in Krisenzeiten machen: unter anderem niedriges Leverage, abnormale Rendite-Profile und stabile Wachstumsraten. Auf diesen Erkenntnissen aufbauend konstruieren die Autoren mehrere Portfolios und simulieren ihre Performance für die letzten zehn Jahre.
Quelle: Pictet Asset Management
Sie kommen zu dem Ergebnis, dass Portfolios, die nach ESG- und finanziell-nachhaltigen Aspekten konstruiert wurden, ihre jeweilige Benchmark im Betrachtungszeitraum signifikant outperformten. Die simulierten Portfolios waren nicht nur krisensicherer, sondern lieferten auch im Bullenmarkt nach Platzen der Dotcom-Blase höhere risikoadjustierte Renditen. Die Optimierung von ESG-Portfolios nach finanziell nachhaltigen Gesichtspunkten verspricht also höhere Renditen bei gleichzeitig niedrigerem Risiko. Ein auf diese Weise gefiltertes Anlageuniversum enthält solche Unternehmen, die am besten auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet sind und erlaubt so nachhaltigere Renditen. Die Autoren betonen, dass diese Erweiterung der traditionellen ESG-Analyse zwar ein wichtiger Zwischenschritt sei aber weitere Untersuchungen notwendig sind, um SRI Mainstream-tauglich zu machen.