01.05.2018 | Research

Performance Chasing führt zu Underperformance

In dem Research-Papier „The Folly of Hiring Winners and Firing Losers“ untersuchen Rob Arnott, Vitali Kalesnik und Lilian Wu von Research Affiliates die Auswirkungen von Performance Chasing bei der Manager-Selektion und stellen einen alternativen Ansatz vor, der auf Faktorbewertungen basiert. Zunächst untersuchen die Autoren die Persistenz von Fonds-Renditen. Grundsätzlich zeigt sich ein negativer Zusammenhang von vergangenen und zukünftigen Fondsrenditen, was von den Autoren auf Mean-Reversion-Effekte zurückgeführt wird. Eine einfache Performance-Chasing-Strategie führt somit zum Gegenteil des Gewünschten. Weiterhin wird gezeigt, dass die Fondskosten einen signifikant negativen Einfluss auf die Fondsperformance haben. Dieser fällt sogar größer aus als die Kosten selbst, so dass offenbar bei teureren Managern auch die versteckten Kosten höher liegen. Das verwendete Datensample umfasst 3.331 aktive US-amerikanische long-only Aktienfonds im Zeitraum 1990 bis 2016.


Quelle: RAFI

Für Faktoren wie Value oder Size konnte ein Zusammenhang zwischen relativer Bewertung und zukünftiger Performance nachgewiesen werden: Je günstiger der Faktor, umso besser die Performance. Dies nutzen die Autoren, um mittels bewertungsbasierten erwarteten Faktorrenditen und der Faktor-Exposures der Fonds die zukünftige Rendite der Fonds zu schätzen. Es ergibt sich ein hochsignifikant positiver Zusammenhang zwischen erwarteter Faktorrendite und der tatsächlich erzielten Fondsrendite. Dieser bleibt auch dann erhalten, wenn Rendite und Alpha der Vergangenheit sowie die Kosten berücksichtigt werden. Insgesamt empfehlen die Autoren nicht, die vergangene Performance bei der Manager-Evaluierung zu ignorieren, sondern stattdessen zusätzliche Kriterien wie Faktor-Exposures, bewertungsbasierte erwartete Faktorrenditen, Kosten und Selektionsfähigkeiten des Managements zu berücksichtigen.


Quelle: RAFI


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