Outperformance von Low-Beta-Aktien auch in hochliquiden Märkten
Benjamin Auer und Frank Schuhmacher von der Universität Leipzig haben in einem Forschungspapier untersucht, ob die Low-Beta-Anomalie der Outperformance weniger marktsensitiver Aktien gegenüber High-Beta-Titeln auch in hochliquiden Märkten nachweisbar ist. Die Autoren analysieren ein Datensample, das die Werte des Dow Jones Industrial Average für den Zeitraum 1926 bis 2013 umfasst. Hintergrund der Analyse ist die Beobachtung, dass bisherige Forschungsarbeiten sich auf für Investoren unrealistisch große Portfolios gestützt haben, die zudem durch Illiquiditätsprobleme so nicht in der Praxis umsetzbar gewesen wären. Es zeigt sich, dass Low-Beta-Aktien auch in einem sehr liquiden Umfeld gegenüber den sensitiveren Titeln eine deutliche Outperformance erzielen, die sich nicht durch Faktoren wie Value oder Momentum erklären lässt. Auch unter Berücksichtigung von Transaktionskosten bleibt diese Outperformance signifikant.
Quelle: Auer, Schuhmacher (2015)
Zudem berechnen die Autoren die Performance von Long-Short-Portfolios für unterschiedliche Einzeltitelanzahlen. Unabhängig von der Anzahl der jeweiligen Positionen ergibt sich eine signifikante positive Performance der Low-Beta-Strategie. Erneut ist diese auch unter Berücksichtigung von Transaktionskosten nachweisbar. Um die Diversifikation weiter zu erhöhen, kombinieren die Autoren diese Long-Short-Portfolios mit einem Investment in den S&P 500, was die risikoadjustierte Performance des Ansatzes abermals steigert. Verschiedene Robustheitstests, bei denen Untersuchungszeiträume und Parametrisierungen verändert werden, bestätigen die Ergebnisse der Untersuchung.
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