20.06.2017 | Märkte

Offene Immobilienfonds setzen auf US Real Estate

Die Ratingagentur Scope hat in einer kurzen Marktanalyse die im Jahr 2016 von 14 deutschen offenen Immobilienfonds getätigten Investitionen untersucht. Angesichts stark gestiegener Immobilienpreise und damit gesunkener Renditeaussichten war das Investitionsvolumen trotz Rekordzuflüssen in die Fonds mit 6,2 Mrd. Euro in Relation zum Vorjahr rückläufig. Die Preisanstiege ziehen sich durch alle Nutzungsarten und betreffen auch Objekte jenseits des Core-Segments.

In den vergangenen Jahren haben die Immobilienfonds den Anteil außereuropäischer Investitionen stetig erhöht. Während 2014 lediglich 15 % außerhalb Europas investiert wurden, waren es 2016 bereits 40 %. Im Wesentlichen ist die stärkere Fokussierung auf den US-Markt hierfür ausschlaggebend. Mit 2,1 Mrd. Euro (33,7 % der gesamten Investitionssumme) sind die USA mittlerweile der beliebteste Standort für Neuengagements der Fonds, gefolgt von Deutschland mit 17 % und Großbritannien mit 14,1 %. Grund für diese Entwicklung sind einerseits das höhere Renditeniveau auf den Immobilienmärkten außerhalb Europas und andererseits eine gewünschte breitere geographische Diversifikation des Portfolios.


Quelle: Scope

Büroimmobilien machen mit rund 61 % nach wie vor den Großteil der Neuinvestitionen aus, ihr Anteil ist jedoch seit 2014 rückläufig. Im Gegenzug ist der Anteil von Hotelimmobilien an den Neuinvestitionen von 3 % im Jahr 2014 auf 15 % angestiegen. Auch hier sind die veränderten Rendite/Risiko-Profile verantwortlich: Im klassischen Core-Büro-Segment in Europa wird es angesichts der gestiegenen Preise zusehends schwieriger, attraktive Objekte zu finden. Analog hierzu ist auch der Rückgang von Einzelhandelsimmobilien zu betrachten, wobei hier die verstärkte Bedeutung des Online-Handels hinzukommt. Wohnimmobilien bleiben mit einem Anteil von lediglich 2 % weiterhin nahezu bedeutungslos. Die aktivsten Fonds der Branche, die jeweils Neuinvestitionen von mehr als 1 Mrd. Euro durchgeführt haben, waren der grundbesitz europa und der Deka-ImmobilienEuropa.

Absolut Research erstellt monatlich für mehr als 11.000 institutionelle Publikumsfonds und rund 1.100 alternative Strategie-Fonds im UCITS-Mantel ausführliche Positionierungsanalysen, darunter aktuell 84 offene Immobilienfonds. Durch die Visualisierung der Top 10% und Top 25% sowie der Bottom 25% über mehrere Zeiträume und Kennzahlen lässt sich die Effizienz der Manageranalyse erheblich steigern.

Positionierungsanalyse des Deka-ImmobilienEuropa


Quelle: Absolut Research GmbH

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