ESG-Scoring und Risikoprofil von Aktien
Der Asset Manager AQR hat in dem Forschungspapier „Assessing Risk Through Environmental, Social and Governance Exposures“ den Zusammenhang von ESG-Charakteristika und dem Risiko von Aktien untersucht. Dabei wird zwischen dem idiosynkratischen Risiko der Aktien und dem Beta zum Gesamtmarkt unterschieden. Eine erste Übersicht zeigt, dass Unternehmen mit schwachem ESG-Scoring sowohl höhere idiosynkratische Risiken als auch ein größeres Beta zum Gesamtmarkt aufweisen. Ersterer Zusammenhang ist stabil für den gesamten Beobachtungszeitraum, während der Zusammenhang zwischen Beta und ESG-Scoring schwankt, aber für die meiste Zeit auch negativ ist. Im Gegenzug zu den Risikoeigenschaften sind die Renditeunterschiede zwischen den Top-ESG-Unternehmen und den Konzernen mit der schwächsten ESG-Performance insignifikant. Diese Unternehmen sind im Mittel kleiner und günstiger bewertet. In Bezug auf qualitative Fundamentaldaten stehen Top-ESG-Unternehmen besser da. Das Datensample umfasst den Zeitraum 2007 bis 2015 mit mehr als 5.000 Unternehmen weltweit. 
Quelle: AQR
Um auszuschließen, dass der Zusammenhang von ESG-Scoring und Risiko durch andere Charakteristika wie Unternehmensgröße beeinflusst wird, wird eine Regressionsanalyse mit zahlreichen Kontrollvariablen durchgeführt. Obwohl sich die Magnitude des ESG-Einflusses auf die Risiken abschwächt, bleiben die Ergebnisse signifikant. Auch eine separate Untersuchung für verschiedene Regionen bestätigt den Zusammenhang von ESG-Scoring und Risiko. In einer detaillierteren Aufschlüsselung zeigt sich, dass im Wesentlichen die soziale und die Governance-Komponente hierfür verantwortlich sind, während die umweltbezogenen Eigenschaften keine signifikanten Auswirkungen auf das Risiko haben. Dies kann allerdings auch in der größeren Schwankungsbreite der Environmental-Daten liegen. Zuletzt zeigen die Autoren, dass aktuelles ESG-Scoring und Risiko einen signifikanten Präindikator für das Risiko einer Aktie in der Zukunft darstellen.
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