Öffentliche Emittenten setzen auf Green-Bond-Rahmenwerke
Öffentliche Emittenten passen ihre Rahmenwerke für grüne, soziale und nachhaltige Anleihen (GSS-Bonds) zunehmend an internationale Standards und Investorenanforderungen an, zeigt eine Auswertung der europäischen Agentur für ESG- und Kreditanalysen EthiFinance.
Im Jahr 2024 wurde erstmals kein Rahmenwerk der Kategorie "Basic" zugeordnet. Das zeigt die wachsende Professionalität öffentlicher Emittenten. Nahezu 60 % der neuen Rahmenwerke wurden als "Advanced" eingestuft, 17 % als "Leader". Der durchschnittliche Qualitäts-Score stieg auf 56 von 100. Analysiert wurden 66 Rahmenwerke europäischer öffentlicher Institutionen (Veröffentlichungen 2021-Mitte 2024) in den vier Säulen der International Capital Market Association (ICMA): Mittelverwendung, Projektbewertung, Mittelverwaltung und Berichterstattung.

Quelle: EthiFinance (2025)
Am besten ausgearbeitet waren die Rahmenwerke für die Mittelverwendung, da Projektbeschreibungen deutlich konkreter geworden sind. 94 % der Emittenten erlauben Refinanzierungen, doch die Hälfte begrenzt sie rückwirkend auf maximal zwölf Monate – ein Fortschritt gegenüber 19 % im Jahr 2021 im Hinblick auf Additionalität. Auch bei Projektbewertungen, lange eine Schwachstelle, sind Fortschritte erkennbar. 80 % der Auswahlgremien binden ESG-Expertise ein, 75 % berücksichtigen soziale und ökologische Risiken. Externe Prüfungen der Auswahlprozesse bleiben mit 12 % jedoch selten.
86 % der Emittenten dokumentieren die Verwendung der Mittel nachvollziehbar, über die Hälfte nutzt dafür dedizierte Portfolios. Der Anteil mit geplanter externer Prüfung stieg von 50 auf 67 %. Fast alle der Emittenten berichten jährlich über Projektwirkungen. Eine detaillierte Methodik zur Wirkungsmessung liefern jedoch nur 11 %, Vorabprüfungen durch Dritte bleiben die Ausnahme.
Zudem zeigt sich bei der Wirkungsanalyse der finanzierten Projekte mehr Transparenz, insbesondere bei Social Bonds. Im Jahr 2024 enthalten alle Sozial- und Nachhaltigkeitsanleihen Indikatoren für alle Projektkategorien. 78 % der Rahmenwerke benennen klar die Zielgruppen. Konkrete Wirkungsziele oder Entwicklungspfade werden jedoch in keinem der Rahmenwerke definiert – ein Hinweis auf weiteres Reifungspotenzial.
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