07.08.2014 | Research

Norwegischer Pensionsfonds untersucht Private-Debt-Investments

Norges Bank Investment Management, der Asset Manager des Norwegischen Pensionsfonds, setzt sich in einem Diskussionspapier mit Investitionen in Syndicated Loans auseinander. Ein Syndicated Loan wird typischerweise von einem Konsortialführer initiiert und durch ein Konsortium oder institutionelle Investoren teilfinanziert. Prüfung und Monitoring des Schuldners obliegt meist dem Konsortialführer, allerdings hat jedes Mitglied der Gläubigergruppe einen separaten Anspruch gegen den Schuldner. Insbesondere in Stressphasen ist es in dieser Struktur deutlich einfacher eine Lösung zu finden als im Falle von Anleihen, wo die Ansprüche einer Reihe von unterschiedlichen Gläubigern in Einklang gebracht werden müssen. Ebenfalls sind Loans typischerweise erstrangig in der Kapitalstruktur des Schuldners und durch Vermögenswerte besichert.


Quelle: NBIM

Der Markt für Syndicated Loans erreichte Mitte 2013 nach Angaben von Bloomberg ein Volumen von 900 Mrd. US-Dollar. Grundsätzlich kann eine Bank jeden Loan syndizieren, typischerweise fallen jedoch Revolver Loans in diese Kategorie. Ähnlich wie bei einer Kreditkarte können Unternehmen sich über diese Loans revolvierend und flexibel finanzieren.

Loans, die an Non-Investment-Grade oder ungeratete Unternehmen gewährt werden, werden üblicherweise als Leveraged Loans bezeichnet, schreiben die Autoren. Der US-Markt hatte Ende 2013 eine Größe von 1.500 Mrd. US-Dollar, der europäische Markt lag bei knapp 400 Mrd. Euro. In den USA ist an jedem zweiten Loan ein institutioneller Investor beteiligt, in Europa liegt der Anteil bei einem Drittel.


Quelle: NBIM

Zwischen dem amerikanischen und europäischen Markt besteht eine Reihe von strukturellen Unterschieden. US-Loans sind typischerweise transparenter und öffentlicher als europäische Loans, die meist ausschließlich privat ausgehandelt werden. Der Informationsaustausch zwischen Schuldner und Gläubiger findet in den USA häufig über die Anleihen-Desks der Bank statt, während die geteilten Informationen in Europa streng vertraulich sind. In Europa genießen Gläubiger dagegen stärkere Rechte als in den USA. Auch der Einsatz von Einzelabsprachen (Covenants) ist in Europa sehr viel verbreiteter. US-Loans werden typischerweise marktbasiert bepreist während in Europa Loans meist als Spread über Geldmarkt-Benchmark verzinst werden. Die variable Verzinsung ist jedoch insbesondere angesichts möglicherweise steigender Zinsen attraktiv.

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