NAV-basierte Private Equity Benchmarks unterschätzen Marktsensitivität
Werden Private-Equity-Investments nicht nach dem NAV, sondern nach Transaktionspreisen bewertet, weist die Asset-Klasse ein deutlich höheres Beta und eine größere Volatilität auf, während das Alpha sinkt. Ein Team um Brian Bover von der Brigham Young University hat in einem Researchpaper von Oktober 2018 transaktionsbasierte Private-Equity- und Venture-Capital-Indizes konstruiert. Basierend auf den Transaktionspreisen entsprechender Fonds im Zeitraum von 2006 bis 2017 schätzen die Autoren die Parameter eines ökonometrischen Modells, um für jeden Fonds in jeder Periode einen Preis abzuleiten, da nicht jeder Fonds in jeder Periode gehandelt wird. Aus diesen Preisen werden im nächsten Schritt Indizes berechnet, die zeigen, dass Buyout- und Venture-Capital-Fonds wesentlich ähnlicher zum Aktienmarkt laufen, als die klassischen NAV-basierten Benchmarks erwarten lassen. Während die NAV-Indizes jeweils Betas zum Aktienmarkt von unter 0,5 aufweisen, nimmt das Beta des transaktionsbasierten VC-Index einen Wert von 1 und das des Buyout-Index einen Wert von 2 an. Klassische Private-Equity-Indizes unterschätzen daher die Abhängigkeit der Asset-Klasse von Marktfaktoren.
Quelle: Boyer, Nadauld, Vorkink, Weisbach, 2018
Angesichts des hohen Betas relativieren sich auch die Renditen der Buyout-Fonds im Beobachtungszeitraum. Werden die hohen Betas berücksichtigt, erzielt Private Equity keine abnormal hohen Renditen und die geschätzten Alphas sind insignifikant. Dies steht im Gegensatz zu den Ergebnissen NAV-basierter Untersuchungen, wo angesichts der geringen Betas hoch positive Alphas beobachtet wurden. Ähnlich stellen sich die Resultate für Venture Capital dar. Die Autoren schließen mit dem Fazit, dass NAV-basierte Bewertungen von Private-Equity- und Venture-Capital-Investments irreführend sein und zu Fehlbewertungen führen können. 
Quelle: Boyer, Nadauld, Vorkink, Weisbach, 2018
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